Ein Klumpen Fleisch

Es war klar, dass dieser Tag kommen würde. Ich habe es gewusst, aber nicht versucht mir auszumalen, wie es sein würde. Ich habe aufgehört mir auszumalen, was uns, was Dir und mir, noch alles zustoßen könnte. Ich begrüße Dich, Du zeigst keine Regung. Ich schaue Dir in die Augen, Du erkennst mich nicht. Ich küsse Dich auf die Stirn, Du bemerkst es nicht mehr. Noch vor ein paar Monaten habe ich gedacht: “ Wenn es so weit ist, ist das Schlimmste geschafft.“ Das stimmt aber nicht. Dein Dasein in den letzten drei Jahren hat mir bedeutet, dass ich mir Sorgen machte, dass ich für Dich da sein konnte, dass ich mir den Kopf darüber zerbrach, was machbar, sinnvoll, richtig für Dich war, dass ich zu Dir zurückkehren konnte. All das ist jetzt vorbei. Andere Fragen drängen sich auf: Haben wir uns voneinander verabschieden können? Wie werde ich Dich in Erinnerung behalten? Wenn ich Dir wünsche, Dein Leiden möge enden, ist es dann nicht eher so, dass ich das Ende meines Leidens herbeisehne?

Noch vor ein paar Wochen haben wir im Garten gesessen, das war bevor der Sommer kam. Ich habe viel erzählt, den Arm um Deine Schultern. Du hast Dich mächtig zusammengerissen, um zuhören zu können. Das habe ich gemerkt. Auch dass es Dir dann irgendwann ein bisschen zu frisch wurde. Vielleicht werde ich diesen Tag übrig behalten. Und vielleicht wird all das, was vorher war, eines Tages nicht mehr blechern ins Leere fallen, so wie heute Abend, sondern zu mir zurückkommen und seinen Platz finden. So, wie es sein sollte, wenn man jemanden sehr lieb hat.

Elternschule

Danke für diesen Film. Danke, dass es noch Menschen gibt, die wissen, wie man Kindern „gerecht wird“:

http://mediathek.daserste.de/Reportage-Dokumentation/Elternschule/Video?bcastId=799280&documentId=64477848

Dieser Film ist ein Politikum. Wenn man mich fragt, ist schon das schlimm genug. Wir sind Primaten. Alle höheren Primaten leben in Hackordnungen. Wir wollen uns einordnen. Wir wollen unsere Grenzen kennen. Ob wir 50 Jahre alt sind, oder 14 Monate. Wir brauchen das. Es tut uns gut. Es hindert uns nicht daran zu lieben und geliebt zu werden.

Note to self: Mir doch egal, wer wie beleumundet ist. Musik: Orchid, Feral Light, The Chemical Mind, The Claypool Lennon Delirium, Heartplace.