Türlich, türlich

Soll man, oder soll man nicht? Darf man eine CD mit den Kenndaten betuchter Steuersünder ankaufen, um der Gerechtigkeit genüge zu tun? Die Entrüstung, die selbst der ansonsten hoch geschätzte Bundesdatenschutzbeauftragte sich nicht entblödete zu äußern, ist fast schon irreal.

Wenn die Polizei sich ohne Durchsuchungsbeschluß Zugang zu einer Wohnung verschafft, weil angeblich Gefahr im Verzug ist, oder die Beamten den berühmten Brandgeruch im Treppenhaus erschnüffeln, dürfen die dann sichergestellten Beweise vor Gericht verwendet werden? Natürlich dürfen sie das. Wenn verdeckte Ermittler selber Straftaten initiieren, auf die die Täter von alleine nie gekommen werden, werden solche Delikte dann zur Anklage gebracht? Selbstverständlich werden sie. Können sich hierzulande so genannte Kronzeugen von einem Teil ihrer Schuld freikaufen, wenn sie ihre Mittäter verraten? Natürlich, das ist gängige Rechtspraxis. Übrigens: Das SWIFT-Abkommen, das den Amerikanern Zugriff auf alle europäischen Finanztransaktionen gestattet, ist seit heute wieder in Kraft, obwohl es im Grunde mit dem hiesigen Recht nicht vereinbar ist.

Deshalb schlage ich vor, diese CD zu kaufen und auszuwerten. Ergänzend sollte man Steuersündern im Falle einer Selbstanzeige Strafnachlass gewähren. Und was machen wir mit den zusätzlich eingenommenen Geldern? Steuern senken? Quatsch. Airbus beim A400M helfen? Nur nicht. Hartz IV-Sätze erhöhen? Nein, auch nicht. Wir kaufen Griechenland, verdonnern alle Steuersünder zur Beackerung der dortigen Olivenhaine und stoßen uns an den mit den Ölfrüchten verbundenen EU-Subventionen auf ewig gesund. Was für ein Plan!

Note to self: Stille Treppe, sauber sauber. Musik: Chevelle, A Perfect Circle, Alice In Chains.

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