Das hergeschenkte Gold

Die Bilanz der deutschen Biathletinnen im Schnee vom Whistler fiel bislang sehr gemischt aus: Auf der einen Seite Lena Neuner mit zweimal Gold und einmal Silber, die erfolgreichste Teilnehmerin von Vancouver bisher. Auf der anderen Seite enttäuschende Leistungen von Wilhelm, Beck und Henkel, die weder am Schießstand noch in der Loipe überzeugen konnten. Simone Hauswald konnte immerhin einmal Bronze gewinnen und brachte beim Schießen und Laufen das, was man von ihr erwarten durfte.

Jetzt mal ernsthaft: Wie kann man als Bundestrainer auf den Gedanken kommen, eine der besten Läuferinnen der Biathlonszene überhaupt, die zurzeit auch noch auf einer Woge des Erfolges schwimmt, nicht für die Staffel zu nominieren? Oder war es ganz anders? Hat Neuner selbst beschlossen, ihre glänzende Bilanz nicht durch ihre schwächelnden Kolleginnen beschädigen zu lassen? Wir werden es nie erfahren.

Das Rennen lief so, wie es zu erwarten war, eigentlich sogar noch ein bisschen besser, denn die Deutschen brachten am Schießstand das beste Ergebnis der Saison. 5 Nachlader bei 40 Schüssen sind Weltspitze und hätten normalerweise für Gold gereicht. Die Laufleistung spottete jeder Beschreibung und der Hinweis auf Wachsprobleme nach dem Rennen ist wirklich peinlich. Martina Beck hatte schon im Einzelrennen einen miserablen Eindruck hinterlassen und verlor gestern auf 6 Kilometer ungefähr eine Minute. Das ist indiskutabel. Punkt. Und von einer Andrea Henkel muss man einfach erwarten, dass sie Sandrine Bailly auf Distanz halten kann, das hat sie in dieser Saison bereits mehrfach gezeigt. Die Russinnen und Französinnen schossen viel schlechter, belegten aber den ersten und zweiten Rang.

Sicher, beim Biathlon kann viel passieren. Frau Neuner hat heuer beim Mannschaftsrennen bereits einmal zwei Fahrkarten geschossen, also bei 8 Schüssen 5 mal nicht getroffen. Auch das wäre gestern möglich gewesen. Dann hätte man bedauernd konstatiert, dass die bestmöglich aufgestellte Mannschaft an diesem Tag einfach nicht gut genug war. So aber bleibt der Eindruck, dass der Trainerstab nicht bei Sinnen war, oder sich von „Everybody`s Darling“ Neuner auf der Nase rumtanzen ließ. Schade auch.

Zum Glück habe ich das Rennen nicht live gesehen, sonst wäre ich geplatzt. Stattdessen haben wir im Proberaum das letzte Stück der „Freak Trilogy“ fertig gemacht: Nach „Yellow Mama“ (Cynicism on death row) und „Hog Roast Romeo“ (Sodomitic pig breeder`s woes and delights) kam „Rotten Girlfriends“ (A lesson in backyard composting) dazu. So gesehen doch ein schöner Abend.

Note to self: Das Abwasser Mann! Musik: Iron Thrones, Powermad, Encircling Sea.

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