Dreck, nichts als Dreck

So Leute: Die Episode, von der ich in diesem Beitrag zu berichten gedenke, lässt sich wirklich nur in die Rubrik „Täglicher Wahnsinn“ einordnen. Es geht um etwas ganz Alltägliches: Um elektronische Post, ja genau, E-Mail. Sehr praktisch, sehr einfach… …wenn es funktioniert. Ich hole tief Luft:

Mein Hackintosh läuft inzwischen super im Zweischirmbetrieb, mit meinen großen Festplatten, er schläft ein, wenn er soll und auch die Firewirekarte wird inzwischen voll erkannt (daran hängt jetzt doch endlich die edle iSight-Kamera, die ich eigentlich immer verticken wollte). So gesehen könnte ich nicht glücklicher sein. Ein paar Programme sind noch zu installieren, ansonsten ist der Umstieg vollzogen. Gestern nach dem Frühstück dachte ich mir dann: Mal eben das Mailtool einrichten und die alten Nachrichten importieren. Eine Sache von 10 Minuten. Seitdem hält mich dieses Problem in Atem. Apple Mail 4.2 ist das größte Stück Scheiße (entschuldigt bitte), das diese Firma je herausgebracht hat.

Sorry, es wird jetzt etwas technisch und etwas länglich, aber ich muss mir meinen Frust von der Seele schreiben: Eigentlich ist E-Mail ganz einfach: Man erfährt die benötigten Einstellungen wie Portnummern, Servernamen und Kennwörter von seinem Dienstleister, trägt das ganze an den richtigen Stellen ein und gut ist. So war das bislang auch immer bei Apple Mail.app. Bei der neuen Version klappt nichts davon, oder jedenfalls nicht immer. Gestern Abend war ich zwischendurch mal so weit, dass ich von den meisten meiner 11 Mailadressen (Kleiner Scherz am Rande: Woran erkennt man einen Nerd? Daran, dass er mehr E-Mailadressen als Hosen hat. Nuff said…) Nachrichten verschicken und empfangen konnte. Die restlichen Konten wollte ich mir dann heute noch mal in Ruhe angucken. Gesagt getan und heute bekam ich dann wunderbarerweise auch die restlichen Adressen eingerichtet, der Selbsttest des Programms meldete den Erfolg. Prima! Entspannt schreibe ich eine Testnachricht von dem zuletzt eingerichteten Account, klicke „Abschicken“. Aha, SMTP-Server nicht erreichbar. Die Serverliste geckeckt: BUMMER! Alle SMTP-Server offline! Hm. Server alle pingbar, der Fehler liegt auf meiner Seite.

Ich bleibe optimistisch, schließlich habe ich es gestern auch irgendwie geschafft. Erst mal die alten Nachrichten importieren, immerhin 3574 seit 2000. Sehr schön, alles da. Servereinstellungen überprüfen. Hm, alles korrekt. Mal ohne SSL versuchen, jetzt geht noch nicht mal der Mailempfang. Ich beiße ein bisschen in die Tischkante. Ich überprüfe die Passwörter: Alles korrekt. Ich verwende die von den Providern genannten Alternativports, überprüfe die Firewall. Alles korrekt. Ich lösche die Accounts und fange von vorne an. Diesmal importiere ich zuerst die alten Mails. Aha, jetzt nur noch 2948. Warum eigentlich? Zwischendurch bekomme ich einen Account ans laufen, sobald ich den nächsten einrichte, geht der erste nicht mehr. Entnervt versuche ich es mit dem Thunderbird, importiere die alten Mails, es sind nur noch 2715, das ist doch zum Mäusemelken. Ich möchte auch gar nicht wissen, warum Thunderbird beim Einsortieren der Nachrichten in die Postfächer die bereits versendeten Nachrichten noch mal auf den Server schickt. Zwischendurch noch mal das Apple Programm angeworfen. Das findet jetzt auf einmal 416 neue Nachrichten, obwohl es laut Anzeige überhaupt keine empfangen kann, ja du mich auch. Ich gehe mal nach nebenan und sortiere eine Kiste mit Kabeln, das beruhigt mich immer.

Ich werfe noch mal meinen brüllenden G5 an. Selbstredend funktioniert dort Versand und Empfang mit den gleichen Einstellungen einwandfrei. Ein leises, hysterisches Kichern entfleucht mir. Es ist einfach so: Wenn Systeme, die sich im Grunde deterministisch verhalten sollten, sich eben nichtdeterministisch verhalten, dann erschüttert das mein mechanistisches Weltbild. OK, entmutigt bin ich schon, schlimmer kann es nicht mehr kommen. Ich versuche es nochmal, diesmal mit Richard Cheese via iTunes, der ist immer so schön ballaballa. Zurzeit versucht das Mailprogramm auf dem Googlemail-Server die Anhänge von 185 Nachrichten einzusortieren. Dabei habe ich auf diesem Konto nur 6 Mails verschickt und 25 erhalten. Wenn ihr morgen hört, dass sich einer von der Burtscheider Brücke aus vor den Zug geworfen hat, dann wisst ihr Bescheid…

Note to self: Ich würde so gerne helfen, aber ich weiß nicht wie. Musik: Can, Richard Cheese, Frank Zappa, Paul Anka.

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