Eyjafjallajökull

Ich hab ja gut lachen: 95% meiner Ziele liegen in fußläufiger Entfernung oder sind per ÖPNV locker erreichbar. Wäre ich ein echter Roadwarrior, der ständig um die Welt jettet, oder hätte ich einen Urlaub auf Mauritius gebucht (eine absurde Vorstellung), dann würde ich dem Eyjafjallajökull sicher auch die vulkanische Pest oder ewig währenden Schlaf an den Hals wünschen, auf das Friede herrsche auf Island und besonders im europäischen Luftraum.

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Wie das so ist in unserer knisterbunten Geld-Welt: Wenn jemand Kohle verliert, dann muss ein Anderer daran Schuld sein. Im konkreten Fall das Bundesverkehrsministerium und die zugehörigen Sicherheitsbehörden. Offensichtlich können wir einfach nicht akzeptieren, dass da eine Urgewalt unser ausgeklügeltes System von „just in time“ und „here, there, anywhere“ schachmatt setzt. Es fehlt an Demut, es fehlt an Einsicht, es fehlt an einer realistischen Einschätzung unserer tatsächlichen Möglichkeiten.

Lufthansa-Chef Mayrhuber lässt uns wissen, sein Unternehmen würde niemals Sicherheit vor Profit stellen. Das glaubt der Mann doch selber nicht. Alle Nase lang werden rund um den Globus Risiken eingegangen, um den Gewinn zu maximieren, da geht es einer Vorzeige-Fluggesellschaft genau wie einem chinesischen Kohleminenbetreiber. Das ist ja auch gar nichts Schlimmes, immerhin kann jeder Passagier jederzeit bestimmen, ob er sich in die Maschine setzt. Mayerhuber soll einfach nicht so tun, als könne er die Risiken besser einschätzen als eine Horde von Vulkanologen, Meterologen und Flugsicherheitsexperten. Wenn die Lufthansa nach dem „Et hätt noch immer joot jejange“-Prinzip fliegen möchte, gut. Dann werden ein paar Wagemutige ihre transkontinentalen Ziele früher erreichen als die Ängstlichen. Oder eben nicht.

Note to self: Dreinschlagen, volles Rohr, widerlich. Musik: Amon Amarth, Dimmu Borgir, Opeth, Arch Enemy.

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