Im Wald und auf der Heide

Fortsetzung der Dreiländertour auf Schusters Rappen. Heute ging es bei schönstem Wetter zum Nationaalpark De Meinweg zwischen Wassenberg und Roermond. Kiefernwälder und Heideflächen auf sandigem Boden dominieren die Landschaft, ein schönes, fast topfebenes Stückchen Erde.

mw1

Unsere Route begann am Parkplatz „De Kievit“ in der Nähe des Weilers Rothenbach. Von dort ging es nach Norden, über den „Eisernen Rhein“. Wenig später erreichten wir die von wenigen Birken und Eichen durchsetzten Heideflächen.

mw2

mw2a

Dem Unkundigen sei an dieser Stelle gesagt, dass Heide eine Kulturlandschaft ist, die ohne menschlichen Einfluss gar nicht existieren würde. Nur durch die regelmäßige Beweidung wird das Aufwachsen des Waldes verhindert, so bleiben die charakteristischen Freiflächen erhalten. In De Meinweg weiden Schafe, urtümliche Rinder und wilde Pferde. Leider haben wir diese Tiere nicht zu Gesicht bekommen und auch „het wild zwijn“ ließ sich nicht blicken. Dagegen war der Waldmistkäfer (Anoplotrupes stercorosus) sehr häufig anzutreffen.

mw3

Informationstafeln und Standortkarten sind in diesem Wandergebiet dünn gesät, dafür gibt es zahlreiche Wegmarkierungen in Form farbig lackierter Pfähle und mit Zahlen versehener Fahrradrouten, denen wir aber keine Beachtung schenkten. Natürlich hatten wir auch keine Karte dabei, sondern folgten mehr unserem Spürsinn. Das sollte sich im weiteren Verlauf der Tour als verhängnisvoll erweisen.

Im frühen Nachmittag erreichten wir das Maharishi Center, also das Hauptquartier der TM-Bewegung und ließen uns für eine Rast im angegliederten Park nieder. Leider gab es keine Yogischen Flieger und auch keinen Maharishi Effekt zu bewundern, wahrscheinlich lag es am Baulärm, denn auf dem Grundstück des Sektenzentrums wurde gerade ein Riesenzelt für Massenmeditationen aufgebaut.

mw4

mw5

Nach Umgehung des transzendentalen Geländes erreichten wir die Kapelle des ehemaligen Klosters St. Ludwig und spätestens kurz danach kam uns der letzte Rest an Orientierungssinn abhanden. Das Problem am Nationalpark De Meinweg ist die Gleichförmigkeit des Geländes und die Ähnlichkeit der meist schnurgerade verlaufenden Wege. Zum Glück trafen wir zwei Niederländerinnen, die offensichtlich ebenfalls nicht so genau wussten, wo sie eigentlich waren, aber immerhin eine Karte dabei hatten. Dieser Karte war unser ungefährer Standort zu entnehmen und außerdem, dass wir den roten Pfählen zu folgen hatten, was uns auch über einige Kreuzungen hinweg gelang, bis eben jene Wegmarkierungen einfach nicht mehr vorhanden waren (die Pfähle waren jetzt hauptsächlich gelb). Also kehrten wir zum Navigationsbauchgefühl zurück, fabulierten über die Nützlichkeit von GPS-Empfängern und trotteten weiter. Glücklicherweise konnte man bald in der Ferne die Geräusche der Straße vernehmen und wir kamen nach 16 zurückgelegten Kilometern tatsächlich genau bei unserem Startpunkt an.

Nach einem Kaffee im Besucherzentrum des Nationalparks, das von zahlreichen Pfadfindern jeder Größe bevölkert war, und einem leckeren Döner in Hückelhofen holten wir die noch fehlenden Höhenmeter nach und erklommen die 400 Stufen der „Himmelsleiter“ bis auf die Aussichtsplattform auf der Millicher Halde („Die schlafende Schöne“). Von dort hat man einen wunderbaren Blick auf das Gelände der ehemaligen Zeche Sophia-Jacoba, die anderen Halden des Aachener Reviers und insgesamt 106 Windkraftanlagen. Ein würdiger Abschluss eines erfüllten Tages.

mw6

mw7

Note to self: Ausgenudelt, abgenabelt, staugenässt. Musik: The Strokes, Paul McCartney, Pink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.