Nuclear Olli

Weisste was Herr Bierhoff? Ich habe dich immer schon für ein goldiges Bürschlein gehalten, spätestens seit dem Tor gegen die Tschechen in der Verlängerung. Das ist jetzt zwölf Jahre her. In der Zwischenzeit hast du aufgehört mit dem Fußballspielen, angefangen mit Fußballreden und Fußballverwalten. Teammanager, das klingt toll, das klingt nach Geschäftsessen, dicken Dienstwagen und gestärkten Krägen. Natürlich, natürlich, man bekommt ständig Gelegenheit, sich zu äußern, Mikros werden einem ins Gesicht gesteckt, auch wenn es gar nichts zu sagen gibt. Dann haut man auch schon mal einen mehr oder weniger großen Schwachsinn raus, das will ich dir gar nicht ankreiden. Die Medien machen Druck, die Nation sucht immer nach Lippen, an denen sie hängen kann.

Aber weisste Herr Bierhoff, man kann auch sich auch mal zurückhalten. Vor allem, wenn man gar nicht vom Fach ist. Vielleicht ist die Energiepolitik ja auch dein privates Steckenpferd, mit dem du dich seit Jahren schon intensiv beschäftigst. Glaube ich eigentlich nicht. Vielleicht wolltest du immer schon mal mit Josef Ackermann, Paul Bauwens-Adenauer und Wulf Bernotat in einem Atemzug genannt werden. Das könnte ich mir schon eher vorstellen. Vielleicht bist du ja wirklich der Ansicht, wir sollten den fossilen und nuklearen Wahnsinn so weiter betreiben, wie wir es gerade jetzt tun. So viel Dummheit hätte ich dir dann aber echt nicht zugetraut.

Sag mal Herr Bierhoff, kennste Dieter Nuhr? Der hat einen Satz geprägt, den du dir mal hinter deine wohlgeformten Ohren schreiben solltest:

„Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten.“

Note to self: Der kaputteste aller Morgen. Musik: Pink Floyd, dEUS, Arch Enemy, Arcade Fire.

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