Leider ausgehörspielt

Es gibt Bands, von denen hört man, dann hört man sie, reibt sich -hm- die Ohren und nimmt eine heftige Erschütterung des eigenen Musikfirmaments zur Kenntnis. So ähnlich ging es mir mit der krefelder Grindcore-Formation namens „Japanische Kampfhörspiele“. Ich garantiere jedem, dass er diese Kapelle nie wieder vergessen wird, wenn er mal eine Kostprobe genommen hat.

Auch wenn man mit extrem hartem und schnellem Punk nichts anfangen kann, lohnt sich trotzdem ein Hineinschnuppern in den Knüppel-Collagen-Kosmos von „JaKa“. Außerdem kann ich nur empfehlen sich die nur auf den ersten Blick völlig hirnverbrannten Texte mal in Schriftform zu Gemüte zu führen, man versteht nämlich beim Anhören fast nichts davon, da die beiden Vokalisten so heftig fisteln bzw. growlen. Die Stücke tragen Titel wie „Rauchen Und Yoga“, „Jochbeinbruch“, „Amokschlaf“ oder „Im Schlafanzug Zu Plus“. Die Musik ist zwar fast durchgängig Höchsttempoknallerei, aber wegen des abwechslungsreichen Schlagzeugs, des Wechselgesangs und der häufigen Verwendung witziger Samples eigentlich niemals langweilig.

JaKa

Im Dezember haben JaKa bekanntgegeben, dass sie sich auflösen werden. Die heute erschienene LP „Kaputte Nackte Affen“ wird also voraussichtlich der letzte Tonträger sein. Vielleicht ist die dem musikalischen Konzept zugrunde liegende Idee inzwischen auch ein bisschen ausgereizt, denn eine wirkliche Entwicklung von Platte zu Platte, oder gar einen Stilwechsel hat es bei den Kampfhörspielern seit den ersten Demos im Grunde nicht gegeben. So oder so ist es verdammt schade, dass es sie nicht mehr gibt.

Note to self: Und die umgetauschte gefällt mir sogar besser. Musik: Dying Fetus, Periphery, Japanische Kampfhörspiele.

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