Nachträge

Keine Bange, keine Bange: Zwar habe ich seit 10 Tagen keinen neuen Artikel bei Just Skidding veröffentlicht, aber es gibt mich mich noch und das Blog gibt es auch noch. Alles paletti, nur war ich in der Zwischenzeit ein bisschen krank und ziemlich beschäftigt. Also dann: Die Nachträge:

Wo zur Hölle liegt eigentlich Porcheresse? Die Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten, denn es gibt mehrere Porcheresses. Hier ist aber das malerische Ardennen-Dörfchen gemeint, das in der Nähe von Daverdisse liegt. Und Daverdisse wiederum liegt südlich von Dinant in der Wallonie.

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Wenn man auf der Autobahn Richtung Lüttich, dann Richtung Luxemburg und schließlich Richtung Namur fährt, dann erreicht man irgendwann die Abfahrt 23, das Dörfchen Halma (echt!) und biegt kurz danach in die wirkliche Wildnis ein. Als wir am letzten Freitagabend bei Nebel und Dunkelheit dort entlang fuhren, dachten wir tatsächlich, dass die Welt hinter der nächsten Kurve zu Ende sein könnte.

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Jedenfalls hatte der liebe Sascha anlässlich seines runden Geburtstags in ein uriges Häuschen in unmittelbarer Nachbarschaft des Chateau Porcheresse eingeladen.

CP

Natürlich haben wir dort gefuttert, gespielt, Leckeres getrunken (Luksusowa, Laphroiag) und ziemliche Mengen von Holz in zwei besonders anmutige, gedrungene gußeiserne Öfen (Bauform: „Iron Dog“) gestopft. Die Klamotten riechen immer noch danach. Das Wetter war sehr brauchbar, wir umwanderten das Dörfchen und freuten uns des Lebens.

Leider war unser Versuch am Sonntag das Chateau de Walzin näher zu erkunden nicht von Erfolg gekrönt. Zwar fanden wir es tatsächlich, doch ist das ganze Gelände in Privatbesitz, wie Schilder und Stacheldraht unmissverständlich klarmachten.

CW

Nächstes Thema: Lieber Dr. -summa cum laude- zu Guttenberg wissen Sie was: Ihr kometenhafter Aufstieg, ihr oberstaatsmännisches Getue und Ihre peinlichen Auftritte in Afghanistan sind mir immer schon sauer aufgestoßen. Ich hätte jede Wette angenommen, dass auch Sie die eine oder andere Leiche im Keller haben. Nun, inzwischen hat man insgesamt 30 nicht gekennzeichnete Zitate in Ihrer Dissertation gefunden. Ich hoffe nur, dass adlige Bundesminister genau so behandelt werden wie Otto Normaldoktor. Dem würde man nämlich die Doktorwürde stiekum aberkennen (ist schließlich kein Ruhmesblatt für die Fakultät). Und ein Plagiator kann kein Bundesminister sein. So sehe ich das jedenfalls. Und noch was: Ich kenne da einen, der hat mal eine Doktorarbeit verfasst (und leider nie eingereicht). Der wäre im Boden versunken, wenn man ihm ein nicht gekennzeichnetes Zitat nachgewiesen hätte, so etwas ist einfach unterste Schublade.

Letztes Thema: Die Volksaufstände in der arabischen Welt: Also jetzt mal ehrlich, ich wusste nichts davon, dass in Ägypten gefoltert und per Notstandsgesetzgebung regiert wird. Ich hatte keine Ahnung davon, dass in Tunesien eine Clique von Ausbeutern und Leuteschindern an der Macht war. Sicher, unser grandioser Bundesaußenminister hat das alles wahrscheinlich gewusst, aber da er genug damit zu tun hat Anzeichen für spätrömische Dekadenz in gesetzlich garantierten Sozialleistungen zu suchen, kam er einfach nicht dazu die Unrechtsregime in Nordafrika anzuprangern. Jetzt wird seitens der Bundesregierung das hohe Lied der demokratischen Erneuerung gesungen. Schön, aber wenig glaubhaft. Immerhin ist es die Regierung, die weiterhin mit Libyen und Algerien zusammenarbeitet, mit dem Iran große Geschäfte macht und einen Militärstützpunkt in Usbekistan unterhält (Nein, das ist leider kein Scherz.). Wenn der wesentliche Beitrag des Westens an diesen Umstürzen die Bereitstellung von Facebook ist, und so sieht es derzeit aus, dann lässt das verdammt tief blicken.

Und noch was: Wenn in den vergangenen Monaten von demographischen Faktoren in muslimischen Ländern die Rede war, dann ging es doch stets darum, dass angeblich eine Schlacht um die Weltherrschaft in den Kreißsälen geführt wurde. Dass in einer viel zu schnell wachsenden Gesellschaft mit unzählbar vielen jungen Leuten eben auch eine gewaltige Menge sozialer Sprengstoff steckt, das haben die Angstmacher und Clash-of-Cultures-Beschwörer komplett ausgeblendet. Jetzt fällt es ihnen wieder ein, aber man ist bereits nach Lampedusa unterwegs. Die Araber wollen eben das, was alle anderen auch wollen: Lebenschancen, Wohlstand, einen Rechtsstaat, in dem sie leben können. Wenn sie das nicht kriegen, dann werden sie sich Richtung Festung Europa aufmachen oder sich religiös fanatisieren lassen. Das ist völlig klar.

Note to self: Wechseln, das ist es! Musik: Textures, Architects, Botch.

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