Die Nimbys vom Münsterwald

Die Angelegenheit zieht sich seit Wochen und Monaten durch die Lokalpresse, die Oecher-Newsgruppen und diverse Web-Publikationen: Es gibt Widerstand gegen die geplanten Windkraftanlagen in der Nähe von Roetgen. Heftigen Widerstand. Irrationalen Widerstand. Au Möhr.

Die Protestler sind interessant zusammengesetzt: Da gibt es die Waldbesitzer und Jagdpächter, die eine Vertreibung des Wildes und eine Abnahme der Einnahmen aus der Verpachtung befürchten. Tja, Jäger sind nunmal ein sehr merkwürdiges Völkchen, da beißt die Maus keinen Faden ab. Jetzt mal ehrlich: Wenn in der Stadt Großbaustelle angesagt ist, wird dann auf die Bedürfnisse gewerbetreibender Anlieger Rücksicht genommen? Nein natürlich nicht, irgendwo gibt es auch Grenzen. Eine weitere Gruppe wird von den Naturschützern gestellt, die in dem durch und durch forstwirtschaftlich genutzten Gebiet wertvolle Arten festgestellt haben. Würde auf diese Rücksicht genommen, wenn der regelmäßige Einschlag stattfindet? Nö. Dann kommen besorgte Roetgener Hausbesitzer dazu, die einen Wertverlust ihrer Häuser und Grundstücke fürchten. Liebe Leute, die Windmühlen werden so weit wegstehen, da ist nix zu befürchten. Und dann die Landschaftsästheten, die eine Verspargelung der Gegend fürchten. Besonders bizarr wird es, wenn auf Gesundheitsgefährdungen durch Infraschall und Überlandleitungen abgehoben wird. Noch bizarrer sind Ansichten, wie die, dass durch die Betonfundamente eine so bedeutsame Bodenversiegelung resultiert, dass das benachbarte Kornelimünster dann jeden Winter unter Wasser stehen würde. Ab zum Nervenarzt, mehr kann man dazu nicht sagen. Genau das gleiche empfehle ich Menschen, die angesichts des Projekts von übler Geschäftemacherei schwadronieren. Fahrt mal auf der Bahn nach Köln, an Weißweiler vorbei, dann seht ihr üble Geschäftemacherei.

Wir werden langsam aber sicher zu einem Volk von Nimbys. Es ist zum Reihern. Und den Grünen und ihrer Baudezernentin Nacken darf man dieses Mal keinen Vorwurf machen, die stehen auf der richtigen Seite.

Note to self: Schnüff, der gute alte Beige verstorben bei der Reanimation. Musik: ZZ Top, Karnivool, Elvis Presley.

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