Schlapphüte und andere Unappetitlichkeiten

Wie sagte schon Otto von Bismarck: „Gesetze sind wie Würste. Man sollte besser nicht dabei sein, wenn sie gemacht werden.“
So ähnlich verhält es sich wohl auch mit der sich im Verborgenen abspielenden Tätigkeit der „Dienste“. Egal ob Verfassungsschutz, MAD oder die Schlapphüte aus Pullach, nützlich sind die durch sie beschafften Information ganz bestimmt (Man denke nur an die mobilen Kampfstofflabore im Irak: Hätte der BND da nicht aufgepasst, hätten wir heute möglicherweise ein paar hunderttausend zivile Opfer weniger), und wie die Informationsbeschaffung nun im Detail abgelaufen ist – geschenkt! Allein die Vorstellung, die Geheimniskrämer würden sich durch Vertreter des Parlaments in irgendeiner Weise kontrollieren oder gar maßregeln lassen, ist aberwitzig. Von einer Bundesbehörde, die bis ins Jahr 1990 ohne jede gesetzliche Grundlage als Nachfolger der „Organisation Gehlen“ vor allem im ehemaligen Ostblock operierte und deren Personal sich noch 1970 zu ca. 30% aus ehemaligen SS-, SD- und Gestapoangehörigen zusammensetzte, ist wohl auch nichts anderes zu erwarten.

In letzter Zeit wird nun besonders Unappetitliches zu Tage gefördert. Deutsche Journalisten, Beschäftigte des ÖRR, Minister befreundeter Regierungen wurden anscheinend bespitzelt, ihre Telefone abgehört. Leider konnte man sich bislang nur darauf einigen, ein paar Bauern zu opfern, der Chef der Spione darf weiterhin schalten und walten. Diese Ungeheuerlichkeiten haben möglicherweise mit Einigkeit zu tun, mit Recht aber ganz bestimmt nicht und schon gar nicht mit Freiheit. Dabei hatten wir doch gerade erst die widerwärtigen Verstrickungen der BND-Agenten in die Folterverhöre und Verschleppungen der US-amerikanischen CIA mühsam verdrängt und den Spruch vom Zweck und den Mitteln herauf und herunter gebetet. Hellauf begeistert waren wir vom Ermittlungserfolg gegen die islamistischen Wasserstoffperoxid-Dilettanten, denen das BKA mit Unterstützung anderer „Sicherheitsbehörden“ im September des letzten Jahres das Handwerk gelegt hatte. So ist es eben: Liegt die Wurst erst auf dem Teller, lassen wir sie uns auch schmecken. Von Separatorenfleisch will dann keiner mehr etwas wissen. Guten Hunger!

Note to self: Großeinsatz am Gelbsacktag. Musik: Prong, Entombed.

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