Trick or treat

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Vampire sind unterwegs, sie riechen nach Bier, bellen in Mobiltelefone. Der ungewöhnlich milde Abend ist Resultat des allgemeinen Vorglühens, da bin ich mir sicher. Jeder Kobold ein kleines Blockheizkraftwerk, jede Hexe eine Brennstoffzelle, jeder bestgelaunte Unhold eine Zündkerze. „Der Regionalexpress RE1 nach Aachen Hauptbahnhof, planmäßige Abfahrt 21 Uhr 53, wird heute etwa 10 Minuten später eintreffen. Wir bitten um Ihr Verständnis.“ Als hätte ich eine Wahl.

Wäre es dunkel, man könnte tanzen. Im neonlichtverschmutzten Hier und Jetzt bleibt nur Auf- und Abstehen. Wenn es wahr ist, dass jeder sein eigenes Reh zu Tode hetzen muss, dann habe ich mich verpirscht. Wie sonst könnte ich hierhin gespuckt sein? Ein Güterzug donnert durch die Station. Rotterdam oder Antwerpen. Der Bahnsteig zittert als wollte er mich abwerfen.

Der Gegner heißt Frankenstein. Doktor von Frankenstein. Mit wenigen Worten ist das nicht zu erklären. Wir spielen Verstecken, eigentlich seit Tagen, für mich sind es Monate. Er verbirgt sich in seriellen Kabeln und USB-Adaptern, kichernd. Natürlich ist er nicht echt, genau so wenig wie die trunkene angemalte und verkleidete Meute, die hier versammelt ist. Zu meiner Verspottung. Trotzdem, hinter der nächsten Ecke könnte er stehen. Ausholend. „Süßer, jetzt gibts Saures.“

Note to self: Letzte Runde! Musik: Amy MacDonald, Jeff Buckley, Feist, Textures, Thrice.

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