Der Boden und acht Füße

An der Heizungsanlage vorbei, durch die seit Jahren bekannte Doppeltüre ins Freie. Eiskalte klare Novembernacht, ein paar Sterne und der gleichgültige käsegelbe Mond über Alsdorf mit einem Rest von Dunst an der Backe. Die Luft, die ich in mich reinpumpe, schmeckt nach rostigem Metall. Alles ist, gar nichts ist, wie immer.

Ein paar Meter hinter mir, verborgen hinter Sichtbeton, der Raum „Luftschutz II“, darin zwischen Verstärkern, Gitarren, Kabeln, Trommeln, Becken und leeren Flaschen ein Mann. Der Mann. Der Mann mit den Nerven. Wovon man nicht sprechen kann, davon soll man nicht schreiben. Ich wünschte, es würde schneien. Wir könnten Spuren machen, zu viert, mit gleichmäßigen Schritten, nachher. Die Treppe herunter, am verlassenen Sportplatz vorbei, beklatscht von den Kaninchen. Und eins raunt dem anderen zu: „Wie gerade sie sich halten!“

Annas Herz sollte schlagen, laut wie Düsenjäger, langsam und stetig wie Zeppeline. Es sollte Löcher in die Luft stanzen, die beizeiten gefüllt werden. Löcher stopfen, wo dunkle Vorahnungen waren. Dazu kommt es nicht. Wir stehlen uns davon, vereinzelt, verloren. Heute Abend macht keiner seinen Frieden. Wir wollen weinen, aber können nur schweigen. Nächste Woche gehen wieder 8 Füße in den Keller. Nicht zum Lachen.

Note to self: Und du? Musik: Massive Attack, Totomoshi, The Gutter Twins.

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