Olé

Und alle, die behauptet haben, die Spanische Fußballnationalmannschaft wäre inzwischen zu satt und zu ausrechenbar wurden gestern eines besseren belehrt. Wirklich große Mannschaften können eben ihre beste Leistung auf den Punkt abrufen und dann die eigentlich ausgeschlafenen Italiener aus dem Stadion schießen. Sie spielen nicht die Art von Fußball, die ich gerne sehe. Aber sie sind technisch, taktisch und mental auf absehbare Zeit einfach das Maß der Dinge.

Unsere Kicker müssen sich dagegen fragen lassen, warum sie in den schweren KO-Spielen nicht den Kopf frei kriegen. Und der Bundestrainer muss sich fragen lassen, warum er so saumäßig aufgestellt hat. Podolski, Gomez und Kroos waren gegen Italien Totalausfälle. Dazu kommt, dass die Leistungsträger der letzten WM allesamt weit unter ihren Möglichkeiten blieben: Lahm, Müller, Özil und vor allem Schweinsteiger konnten im Grunde in keiner Partie wirklich überzeugen. Und Klose ist inzwischen einfach über seinen Zenit hinaus, auch wenn er sich nach Kräften bemühte. In Zukunft sollte man also vielleicht in der Offensive von den Spaniern lernen, die eben nicht mit einer statischen Einzelspitze spielen, sondern mit schnellen, trickreichen Mittelfeldakteuren. Mit Spielern wie Reuss, Götze, Özil, Müller wären wir dafür eigentlich gut aufgestellt. Und in der Defensive müssen einige Leistungsträger mal gut durchgerüttelt werden. Und wenn die Spanier dann beim nächsten Turnier vielleicht tatsächlich zu satt und zu berechenbar sind, die Italiener gegen England, Brasilien, Frankreich oder Holland den kürzeren ziehen, ja dann können wir vielleicht auch mal wieder einen Titel gewinnen. Mann, wäre das schön.

Note to self: Vergebens, vergebens! Musik: The Rolling Stones, Gossip, Ahab.

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