Nummer 5 lebt!

Das Beste an der gestrigen Vorstellung des neuen iPhones ist zweifellos, dass wir nun nicht mehr jeden Tag mit Gerüchten zur Ausstattung dieses Goldenen Kalbs unserer Hochtechnologiegesellschaft gequält werden. Das Zweitbeste ist, dass die Gebrauchtpreise für die Vorgängermodelle fallen werden. Das Drittbeste ist, dass aus verschiedenen Gründen die Neuanschaffung eines Smartphones für den Verfasser zurzeit trotzdem nicht zur Debatte steht. Und das Viertbeste ist, dass die Leser dieses Blogs nicht mit einer Erörterung des technischen Leistungsvermögens des neuen Modells und seiner Marktchancen traktiert werden.

Leser von Just Skidding wissen, wie schwer mir die Beschaffung eines neuen Mobiltelefons vor Jahresfrist gemacht wurde. Sie werden sich vielleicht noch an einen Beitrag erinnern, in dem ich eine Lanze für ganz einfache Handys brach, mit denen man eben ausschließlich telefoniert und SMSst. Nun, in der Zwischenzeit hat sich an meiner persönlichen Mobiltelefon-Situation etwas verändert, ich habe geschwiegen, vielleicht aus Scham doch umgefallen zu sein. Und das kam so:

Als im Rahmen einer Firmeninsolvenz in Köln der Restbestand des Unternehmens zu verkaufen war, fanden die Verkäufer unter anderem auch einiges an Hardware von Apple vor, darunter 3 iPhone 3GS in gutem Gebrauchtzustand. Diese Geräte kamen nicht in den Verkauf, sondern wurden -hm-anderweitig verwertet. Ich schwöre, dass ich mir nie ein iPhone gekauft habe. Mir ist eben nur eins zugelaufen. Und einem geschenkten Barsch schaut man nicht in den …

Nun gut. Also bin ich Besitzer eines Smartphones geworden. Nichts Schickes, nichts womit man sich auf der Straße oder in der Kneipe durch unauffällig auffälliges Herumfummeln wichtig machen kann. Aber eben ein Smartphone. Und ich muss zugeben: Das Ding ist einfach saupraktisch. Man kann stets seine E-Mail abrufen, verläuft sich nicht mehr (wenn man es nicht will, ich sag nur Eifel), kann unterwegs Informationen aus dem Netz abgreifen, den eigenen Server administrieren, benötigte Ersatzteile direkt beim Kunden bestellen und sich auf langen Bus- und Zugfahrten bestens unterhalten lassen. Zwar bin ich keiner von denen, die sich jeden Tag eine neue App laden, oder mit ihrem Apparillo wegen des häufigen Gebrauchs täglich zweimal an die Steckdose müssen. Aber ich gehöre inzwischen zu denen, die in der Öffentlichkeit in der typischen Smartphone-Haltung, also mit gesenktem Kopf und starrem Blick anzutreffen sind.

Ich habe mir vorgenommen mein iPhone so lange zu benutzen, bis es auseinander fällt. Bis gestern handelte es sich ja auch noch um ein aktuelles Modell, es wurde von Apple weiterhin vertrieben. Das hat sich inzwischen geändert. Die durchschnittliche Nutzungsdauer eines Smartphones liegt gegenwärtig bei etwa 1,5 Jahren. Das ist aus ökologischer Sicht ein katastrophaler Wert. Sollte mir meine Mobilfunke nicht herunterfallen, der Akku durchhalten, dann werde ich sicher noch einige Jahre Freude an ihr haben. Hip ist das nicht, aber vernünftig und hinreichend.

Note to self: Dann wird es eben doch eng. Musik: Fiona Apple, Benea Reach.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.