Peer, Peer nur du allein…

Zunächst mal: Mit Sicherheit ist Peer Steinbrück der beste Kandidat, den die SPD für die Bundestagswahl 2013 aufstellen konnte, will sagen: Er ist der aussichtsreichste Kandidat. Auch wenn die Chancen für einen Regierungswechsel eigentlich gegen Null gehen: Ein allzu zahmer Steinmeier, oder ein komplett unbeliebter Gabriel hätten noch weniger gezogen.

Die überraschende heutige Ankündigung fügt sich gut ins Bild der bisherigen sozialdemokratischen Praxis bei solchen Vorgängen ein: Es wird erst mal ein Termin genannt, zu dem die Nominierung ansteht. Der wird dann nicht eingehalten. Zweitens wird der Kandidat der Parteibasis von oben aufgedrückt. Drittens werden erst Personen benannt und dann Inhalte verhandelt. Vor diesem Hintergrund ist das kollektive Aufheulen der Parteilinken, allen voran Rudolf Dressler, sicher zu verstehen.

Bleiben wir mal bei den Inhalten: Es wird dem alten Agenda-Mann Steinbrück schwer fallen, die ganze Partei hinter sich zu versammeln. Trotzdem wird niemand bestreiten wollen, dass der Nordrheinwestfale die größte Kompetenz bei den Themen hat, die die kommende politische Auseinandersetzung bestimmen werden: Finanzen, Euro, Steuern, Banken. Gabriel stellte gerade bei der PK die Rentendiskussion in den Mittelpunkt und genau bei diesem Thema könnte Steinbrück Zahnschmerzen bekommen. In den traditionellen kleinbürgerlichen Milieus, wie Franz Walter schreiben würde, ist der Kanditdat nicht so richtig fest verwurzelt. Flammende Appelle für Mindestlohn, Vermögenssteuer und einen höheren Spitzensteuersatz werden wir im Wahlkampf zwar hören, aber es wird uns schwer fallen, sie zu glauben. Im Fernsehen wird gerade Frau Nahles interviewt und sie sieht müde und ein bisschen gequält aus.

Wir dürfen uns auf einen lauten und kantigen Wahlkampf einstellen, Schonung oder falsche Rücksicht ist Steinbrücks Sache nicht. Und wir werden beobachten inwieweit es den Sozen gelingt, ihren Kandidaten bis zur heißen Phase nicht selbst zu beschädigen. Am Ende wird die entscheidende Frage sein, ob Peer nicht doch wieder Finanzminister unter einer Kanzlerin Merkel wird, auch wenn er das zurzeit kategorisch ausschließt.

Note to self: Heute wird fertig gebastelt. Musik: keine, Glotze.

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