Ruinieren, was noch übrig ist

Das wird wieder ein Anti-Apple-Rant. Doch doch, es muss sein. Ein länglicher Artikel bei Apple Insider ist der Auslöser. Geseufzt und den Kopf geschüttelt habe ich schon ausführlich, jetzt muss der Restfrust raus. Sorry.

Ich mag iTunes. Wirklich. Ganz viele Musikliebhaber können das nicht nachvollziehen, nämlich genau die, die ihre Musik mit dem Filemanager (Finder, Explorer usw.) verwalten. Die Vorstellung eine zentrale Datenbank fürs Sortieren, Abspielen, Erstellen von Samplern, Bewerten und Brennen zu nutzen erscheint ihnen fremd. Ich finde genau das wunderbar. Gerade bei großen Musiksammlungen ist die Suchfunktion einfach saupraktisch. Die Cover-Flow-Darstellung hat wegen ihrer liebevollen Umsetzung so manchen Windowsbenutzer zu iTunes gebracht und die „Intelligenten Playlists“ sind ein absolutes Killer-Feature.

Natürlich gab es auch Kritikpunkte: Die Integration des sozialen Netzwerks „Ping“ ist zum Glück inzwischen Geschichte. Die Funktion „Genius“ war eine nette Idee, wurde aber nicht zu Ende gedacht: Beispielsweise gab es im Bereich „Alternativ Rock“ feine Verästelungen des Genres, ich hätte eine solche Unterteilung gerne bei Metal (Thrash-, Doom-, Black-, Post-, Death-, Progressive- usw.) und Hardcore (Old-School-, New-School-, Math-, Emo-, usw.) gesehen, aber man kann nicht alles haben. Dass der iTunes-Store irgendwie immer mehr um jede Ecke im Programm lugte, konnte ich noch verschmerzen. Vieles konnte man abschalten. Klar, iTunes ist in der aktuellen Version völlig überfrachtet. Beispielsweise hätte ich die Synchronisation von iPhones und iPods als externe Lösung realisiert und die Wiedergabe von TV-Serien, Filmen usw. sowieso. Eine Überarbeitung von iTunes stand also dringend an. Die erste Vorschau von iTunes 11 bringt mich aber völlig auf die Palme:

Es ist überhaupt nicht erforderlich, MacOS-Programme immer stärker an iOS anzupassen, weil die Bedienungskonzepte bei stationären und mobilen Geräten völlig anders sind. Warum wird dann die praktische Seitenleiste gestrichen? Warum wird die iCloud so integriert, dass es keine Unterscheidungsmöglichkeit mehr zwischen lokalen Dateien und Dateien auf den Apple-Servern gibt? Warum wird die Brennfunktion gestrichen? Was wird mit den von mir so geschätzten Statistikfunktionen (Anzahl Wiedergabe etc.)? Warum muss mir das Programm bei jedem eingeblendeten Album anzeigen, welche Titel ich nicht habe und welche im Music-Store verfügbar sind? Es sind noch viele Fragen offen, aber ich befürchte das Schlimmste. Und bislang hat Apple in den letzten Jahren meine schlimmsten Befürchtungen stets übertroffen. Ich werde mir die Version 10.7 jedenfalls separat downloaden und gut verwahren. Schade Apple, verdammt schade. Es ist schon bemerkenswert, mit welcher blindwütigen Konsequenz diese Firma sich lächerlich macht.

Note to self: Ah, die erste externe Bestellung! Musik: Between The Buried And Me, Black September.

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