#keinaufschrei

So meine geschätzten und nicht ganz so geschätzten Damen: Wir können uns darauf einigen, dass Menschen gleich welchen Geschlechts, Alters, Einkommens Respekt beim täglichen Miteinander verdienen. Und wir können gemeinsam konstatieren, dass es allenthalben daran mangelt. Und den aktuellen #aufschrei vergessen wir mal ganz schnell.

Wir vergessen Frau Himmelreich, die eine unangenehme Begegnung mit Reiner Brüderle hatte und sie ein Jahr später auspackt, als eben jener zum Spitzenkandidaten der Liberalen gekürt worden ist (was natürlich furchtbar ist und zwar wegen Brüderles Kopf-, nicht wegen seines Hoseninhalts).

Wir ignorieren die selbstmitleidigen Einlassungen von Patricia Dreyer, die tatsächlich behauptet: „Alltäglicher Sexismus ist nämlich unser aller Problem. Reden wir darüber.“ Also, Frau Dreyer, ehrlich, ich habe bestimmt alle möglichen Probleme, aber aktiver oder passiver Sexismus gehört nicht dazu. Und ich würde behaupten, dass die allermeisten Menschen in meinem Umfeld auch kein Problem damit haben.

Liebe Frau Roth, auch wenn jeden Tag Menschen aneinander schuldig werden und zwar mit zum Teil furchtbaren Konsequenzen, es ist müßig ein Ende des Sexismus in Deutschland zu fordern. Wissen Sie warum? Unsere moderne Gesellschaft ist ein Haifischbecken, in dem Menschen beiderlei Geschlechts um materielle (Geld + Gut), soziale (Macht + Einfluss), und im weitesten Sinne genetische (Sex) Vorteile kämpfen und zwar mit allen Mitteln. Egal, ob Sie es mögen, oder nicht, Sie werden es nicht ändern. Ihr Einsatz für die „Quote“ ist übrigens in diesem Zusammenhang ein gutes Beispiel.

Natürlich gibt es Grenzen der Zumutbarkeit. Der geneigte Leser mag sich den Artikel von Matthias Kaufman durchlesen und für sich selbst überlegen, was er selbst als sexuelle Belästigung empfinden würde. Vielleicht mal so als Zusatzinformation dazu: In den meisten US-Amerikanischen Firmen, also im Land der „Political Correctness“, wird ein männlicher Kollege sich hüten, einer Kollegin wegen eines schicken Kleids oder einer neuen Frisur ein Kompliment zu machen, da dies bereits als Grundlage von (erfolgreichen und damit extrem teueren und erniedrigenden) Belästigungsklagen herangezogen wurde.

Die sexuelle Fortpflanzung wird von Fachleuten als geniale Erfindung der Evolution gefeiert. Ob wir nicht alle ein bisschen friedlicher zusammenleben würden, wenn Jeder und Jede im Bedarfsfall einen vegetativen Tochterspross in der Kniegegend sprießen lassen könnte, das sei jetzt mal dahingestellt. Es steht außer Frage, dass Männer und Frauen, sei es aus einem Mangel an geistiger Reife, sei es aus biochemischen Gründen, sich dem anderen Geschlecht gegenüber daneben benehmen, meistens handelt es sich dabei um Kommunikationspannen, seltener um peinliche Machtspiele und noch seltener um wirklich Justiziables. Also können wir bitte ein bisschen abrüsten und die Kirche im Dorf lassen. Ich meine unser Männer-Frauen-Vehikel steckt schon viel zu tief im Dreck.

Note to self: Nachfragen zwecklos. Musik: The Beautiful Girls, Degial, Mors Principium Est, Porcupine Tree.

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