Sommerloch IV

Dramatik am Himmel und auch darunter. Eigentlich keine guten Sommerlochvoraussetzungen. Trotzdem hat der Blogger zur Zeit das Gefühl, nur mit Mühe über den Rand sehen zu können:

Wolk

Das recht turbulente Wochenende brauchte eine doch längere Sedimentationsphase. Jetzt ist eine weitgehende Klärung der Wassersäule erfolgt. Nein, das war nicht unser Samstag. Die Einzelheiten der Geburtstagsfeier im Geburtsort werde ich hier sicher nicht preisgeben, aber wenn man sich in dunkler und recht kühler Nacht gegen Mitternacht auf einem Fußmarsch zwischen Lintert und Hitfeld wiederfindet, dann stimmt irgendetwas überhaupt nicht. Vielleicht sind wir doch alle ein wenig zu knorrig, kauzig, uneinsichtig, mit einem Wort pommerisch geraten, das mag schon sein. Eins ist jedenfalls sicher: Wir vier halten zusammen, was da auch kommen mag.

Wenn in der Tagesschau russische Schützenpanzer georgische Polizeiautos durch die Gegend schieben, die Nato und die EU mahnend den Zeigefinger heben und Frau Rice ins gleiche Horn stößt, dann wird die ganze Ohnmacht offenbar. Als hätten die Russen nur auf ein Zucken gewartet, um wieder einmal so richtig die Muskeln spielen zu lassen. Das ist sicher günstig für die Sympathiewerte der Führungsspitze beim einfachen Volk und vielleicht war dies ja auch der wirkliche Grund für die Offensive. Gut und Böse gibt es wieder einmal nicht bei diesem Konflikt, zu widersprüchlich sind die gegenseitigen Vorwürfe und Bezichtigungen, zu manipuliert die gesamte Nachrichtenlage. Nun sollen also neutrale Beobachter der OSZE die Situation verbessern. Ich frage mich, ob deren Entsendung wirklich sinnvoll ist. Wenn großmannssüchtige Staatsmänner ihre Truppen in eigenen und fremden Ländereien herumschieben, als wären sie im Sandkasten zugange, dann tun sie das ohne jedes schlechte Gewissen und werden sich deshalb von ein paar Beobachtern bestimmt nicht abschrecken lassen. Was wäre denn auch zu beobachten? Dass ein Kriegszustand ein weitgehend rechtloser Zustand ist, wissen wir doch bereits. Dass die Zivilbevölkerung die Sache ausbadet, ist ebenfalls bekannt. Dass unser bisschen Grips nicht dazu ausreicht dauerhaft in Frieden miteinander auszukommen, ist abertausendfach in Stein gemeißelt. Der Rest ist Schweigen.

Note to self. Hoch lebe die Allianz „Oecher Jonge“! Musik: Nightmares On Wax, Porcupine Tree.

0 Antworten auf „Sommerloch IV“

  1. …da erhofft man sich aufbauende, erheiternde oder mindestens nachdenklich stimmende worte, und dann tut sich tagelang nichts, was in mir aufgrund des bekannt schwierigen karmas meines lieblingsbloggers dieser tage die besorgnis aufsteigen lässt, ob wieder einmal gesundheitliches unbill über ihn gekommen sein mag – oder ob lediglich der tägliche wahnsinn ratloses kopfschütteln und die unfähigkeit ausgelöst hat, sich publizistisch betätigen zu können. alter, ich wünsch“ dir jedenfalls von dort, wo du weißt, wo ich jetzt bin, ein schönes wochenende!

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