Was man sich merken muss

Wolfgang Schäuble möchte in Bälde einen runden Tisch zum Thema Datenschutz abhalten. Hintergrund sind die Meldungen der letzten Tage, wonach die Adressen sämtlicher Deutscher bereits als Handelsware kursieren. Wenn ausgerechnet unser fleißigster Datensammler so eine Zusammenkunft organisiert, dann kann man schon davon sprechen, dass sich hier der Bock zum Gärtner machen will. In diesem Zusammenhang sei an die gegenwärtig laufende Diskussion zur lebenslangen Steuernummer erinnert, die jeden von uns sogar noch nach dem Ableben eindeutig kennzeichnen soll. Bezieht man in die Überlegungen ein, dass die derzeit laufenden Ermittlungen gegen deutsche Steuersünder nur deshalb möglich sind, weil in Liechtenstein tausende von Datensätzen entwendet und an die Strafverfolgungsbehörden verhökert wurden, dann fällt einem der Spruch vom Zweck und den Mitteln ein. So weit, so schlecht.

Nun wird der geneigte Leser mir vorhalten, dass jemand, der Persönliches in einem Blog und auf einer Webseite veröffentlicht, nicht derjenige sein kann, der solche Missbräuche kritisiert, gibt er doch freiwillig nicht nur seine Adresse (wegen der Impressumspflicht) sondern auch seine politische Meinung und weitere Details zu seiner Befindlichkeit preis. Darauf möchte ich mit einem Zitat des von mir heftig verehrten Konstantin Wecker antworten, das übrigens aus dem Jahr 1978 stammt. Seinen bemerkenswerten Text „Was man sich merken muss“ beschließt er mit dem Satz:

„Doch was man sich vor allem merken muß: Irgendwann hat es keinen Sinn mehr, sich zu verstecken! Dann: Kein Ticket nach Übersee – sondern: Hierbleiben! Brüllen! Widerstehen!“

Note to self: Von wegen Urlaub ab Samstag: Gemeiner Lügner! Musik: Biffy Clyro, Kaizers Orchestra, Alkaline Trio, Behemoth.

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