Yeah yeah yeah

STS
Artwork: Achim Schwan

Manchmal kommt alles zusammen, das Timing und das Setting und eine ganz bestimmte Geschmacksrichtung an positiver Wut. Dann gibt es diese Klick-Momente, in denen man -ähnlich wie bei einem Deja Vu- feststellt, dass die Seele gerade ein Foto gemacht hat, damit man sich später besser erinnern kann. Bei dem überhaupt erst zweiten Konzert von Satosa hatte ich eine ganze Reihe solcher Momente.

Das erste Konzert des Aachener Trios vor ein paar Jahren war eigentlich keins: Man spielte ein paar Stücke im Wild Rover als Support, alles war noch ziemlich roh und holperig. Und als stiller Begleiter und Beobachter des Projekts fragte man sich in dieser frühen Phase der Bandgeschichte des öfteren, ob die Satosas jemals die Kurve kriegen würden. Die ersten Kompositionen waren keine, vielmehr wurde um den minimalen Konsens herumimprovisiert. Die Stücke waren länglich, verspielt, nicht uninteressant aber ohne richtigen „Zug zum Tor“. Ansonsten zeichnete sich die Kapelle vor allem dadurch aus, dass es zu jeder Aufnahme von jedem Stück ein liebevoll gestaltetes „Cover“ gab. Schade, dass es noch keine Webseite von Satosa gibt, denn die skurrilen Grafiken alleine hätten es verdient der Welt präsentiert zu werden. Mit der Zeit bildete sich dann doch ein Repertoire heraus. Die neueren Kompositionen waren erdiger, heftiger, von Stoner mehr in Richtung Sludge könnte man vielleicht stark verkürzt sagen und die Musiker verbesserten sich ganz enorm im Zusammenspiel.

Das, was Sascha, Torsten und Savas am Samstag Abend präsentierten ist gar nicht so leicht in die musikalische Schubladenlandschaft einzuordnen. Einerseits ist es erdiger härterer Garagenrock, der gerade und einfach gestrickt daher kommt. Andererseits gibt immer wieder rhythmische Wendungen, schräge Breaks und Intermezzi, die Sahnehäubchen und Erker bilden. Man merkt, dass die drei früher viel Kyuss und in der letzten Zeit eher Kvelertak und Baroness gehört haben. Und da man als Trio unterwegs ist, kommt man gar nicht in die Versuchung zu dick aufzutragen. Die Präsentation auf der Bühne ist angenehm zurückgenommen, auch wenn das Publikum bereits im Stadium der Raserei angekommen ist.

Und was wünscht sich die Anhängerschaft von Satosa? Ich wünsche mir bald mal ein paar offizielle Veröffentlichungen, sei es als CD oder MP3 per Webseite oder USB-Stick. Und wenn dann der Siro von Nota Falsa als Aufnahmeleiter gewonnen werden könnte, könnte dabei ein epochales Elaborat herauskommen. Das wiederum könnte der Öcher Szene ein paar Jahre nach dem Ende von Parajubu extrem gut tun.

Note to self: Wie war der Plan? Musik: Chimaira, Milking The Goat Machine.

Eine Antwort auf „Yeah yeah yeah“

  1. Na, du bist ja einer, mein lieber Skidman ;o),
    Du siehst mich ja leider nicht, wie ich hier an der Küste der Helenen mit roten Ohren deinen Blogeintrag gelesen habe… Jedenfalls vielen Dank für die Blumen. Wir waren und sind schon ordentlich überrascht, dass es vielen so gut gefallen hat. Klar hat sich mit den Jahren was verändert und endlich ist der „Zug zum Tor“ zu spüren. Wir wollten jetzt erst mal ein paar neue Songs machen und auch ne Aufnahme ist in Planung, ich hoffe, dass es dieses Jahr noch wat wird. Sogar ne Facebook-Seite soll`s bald geben.
    Also, keep positive, Satosa macht weiter und freut sich auf euch!!!

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