Und tschüss!

Zugegeben: Das gestrige Ergebnis der Bundestagswahlen hätte ich so nicht erwartet. Zwar war die Tendenz klar, aber die Heftigkeit des Pendelausschlags hat mich doch überrascht. Man konnte damit rechnen, dass die Grünen und die FDP eher verlieren, die SPD und die Union eher gewinnen würde. Allerdings hätte ich nicht zu träumen gewagt, dass die FDP rausfliegt und nicht erwartet, dass die CDU/CSU so knapp an der absoluten Mehrheit vorbei schrammen würde.

Somit ergibt sich das gleiche Bild wie bei der vorletzten Wahl: Zwar gibt es eine Mehrheit links von der Mitte, aber die wird nicht regieren. Auch die Gründe sind die gleichen wie 2005. Und deshalb brauche ich mich auch gar nicht aufzuregen, nicht über die Auschließeritis von Steinbrück, nicht über die exotischen außenpolitischen Positionen der Linken, nicht über die erhebliche Wählerwanderung von den Linken zur AfD. Und ich brauche mich auch nicht über die 25% der Wähler in meinem Wahlkreis aufzuregen, die nicht kapieren wie Bundestagswahl in Deutschland funktioniert: Genau, ich meine diejenigen, die mit der Erststimme weder CDU noch SPD gewählt haben. Stellen wir uns mal folgendes vor: Hätte die Union bei den Zweitstimmen nur leicht schlechter abgeschnitten, bei gleichem Erststimmenanteil, dann hätte es möglicherweise eine absolute Mehrheit für die Union nur wegen den Überhangmandaten geben können. Und diesen Mechanismus kapieren die Wähler der Grünen, Linken, Piraten nicht, die stumpf ihr Erststimmenkreuz bei Grün, Dunkelrot und Orange gemacht haben.

Oh, es gibt Grund zur Freude: Die Klientelpartei der markradikalen Besserverdiener ist endlich endlich endlich weg vom Fenster und die Republik atmet auf. Die populistischen Eurofeinde haben es nicht geschafft. Die Linken sind drittstärkste Fraktion in Deutschland. Aber ganz ehrlich: Ich hätte es gerne gesehen, wenn Mutti mit knapper absoluter Mehrheit hätte loswurschteln dürfen. Vielleicht hätte dies Merkels Regierungsmodus als den Kadavergehorsam vor dem Sachzwang und die Union als Kanzlerinnenwahlverein ohne politisches Profil entlarvt. Schade auch.

Note to self: Wurzelgemüse, lecker. Musik: keine , Glotze.

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