Sauger für staatenbildende Hymenopteren

BHV

Wenn ich Musik von Beehoover höre, muss ich immer an einen Bassisten aus meiner Heimatstadt denken, mit dem ich auch mal eine Weile das Vergnügen hatte. „Brauchst lediglich einen coolen Drummer, hörste?“ möchte ich ihm zurufen, aber ach, inzwischen ist dieses Intermezzo auch schon länger Geschichte und auch nicht aufwärmenswert.

Wo ich jetzt schon den Einstieg in diesen Artikel versemmelt habe, will ich gleich das wichtigste zum neuen Tonträger des dynamischen Duos aus Good Old Germany subsumieren: Drei Jahre nach „Concrete Catalyst“ melden sich die Herren Petersen und Hamisch mit „The Devil And His Footmen“ sehr eindrucksvoll zurück. Subtile Verfeinerung und gleichzeitig ein Bekenntnis zur blutigen Rohheit sind die wichtigsten Neuerungen auf der neuen Platte, geblieben ist der dämonische Groove, der die Musik von Beehoover auszeichnet. Ob man das Ergebnis jetzt Stoner Rock oder Doom Metal nennt, ist eigentlich egal, denn keines dieser Etiketten wird dem avantgardistischen Grollen und Donnern gerecht.

Die neue Platte klingt an vielen Stellen wie eine Live-Aufnahme aus dem Proberaum. Das gilt nicht nur für den Gesamtsound. Vielmehr sind Nebengeräusche, Anzähler und auch kleinere Tempo-Unwuchten deutlich auf der Scheibe zu hören und der Gesang wirkt wesentlich naturbelassener. Der Basssound profitiert am meisten von der organischen Herangehensweise: Bei genügender Lautstärke sehe ich vor dem geistigen Auge stets die träge schwingenden Saiten, die meinen Bauchraum zum Brummen bringen. Insgesamt ist die Bassgitarre deutlich perkussiver als auf dem Vorgänger.

Die acht Stücke und drei Intermezzi auf dem neuen Album sind weniger eingängig als das Material auf dem davor, manchmal fühlt man sich sogar ein bisschen an Progrock aus den 70ern erinnert. Ich glaube, dass die beiden Protagonisten mit ihren Machwerken am besten bei Leuten ankommen, die selber Musik machen und Spaß an kompositorischen Pointen haben. Der treibende Groove der Bienensauger bleibt jedenfalls absolut kennzeichnend und haut den Hörer mitunter einfach aus den Stiefeln. Crank it up…

Note to self: How long so low? Musik: Beehoover.

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