Das Loch von Sinsheim

Eins vorweg: Nichts in diesem Beitrag hat mit der Tatsache zu tun, dass ich den Fußballverein TSG 1899 (kicher) Hoffenheim nicht ausstehen kann.

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Das zweite Phantom-Tor der Bundesligageschichte erregt die Republik. Ich muss gestehen, dass auch ich dieses Tor zunächst für regulär gehalten habe, genau wie der Kommentator („Da schießt der Kießling so ein Klassetor und die Leverkusener freuen sich gar nicht.“). Wenn man die Reaktionen der Spieler genau betrachtet, dann ist beispielsweise beim vermeintlichen Torschützen die gleiche Ver*wunder*ung zu beobachten, die auch eine Marienerscheinung im Strafraum ausgelöst hätte: Kießling wusste, dass er den Ball am Tor vorbei geköpft hatte und er konnte sich nicht erklären, wie er dann trotzdem im Netz zappeln konnte. Genau so ging es dem Schiedsgericht und selbst den Hoffenheimern.

Erst als die TSG-Ersatzspieler Dr. Felix Brych auf das Loch im Tornetz aufmerksam machten, wurde das Wunder zum Versäumnis des Platzwarts und des Schiedsrichterassistenten, der das Netz vor dem Anpfiff zu inspizieren hat. Und spätestens in diesem Augenblick hätte der Kießling dem Brych klipp und klar erklären müssen „Hömma Schiri, der war nicht drin.“ Natürlich hätte auch der Brych nach Inaugenscheinnahme des Netzes den Leverkusenern erklären können: „Hömma Werkself, der war nicht drin.“

Der Fußball verschanzt sich an dieser Stelle hinter der so genannten Tatsachenentscheidung. Das erinnert mit an den alten Sponti-Spruch: Wo wir sind, ist vorn, und wenn wir hinten sind, ist hinten vorn.“ Es kann gar nicht anders sein: Dieses Spiel wird wiederholt werden müssen. Im Grunde wäre es das Fairste, wenn man nur 20 Minuten neu spielen lassen würde, denn in der 70. Spielminute schlüpfte der Ball durch das Loch von Sinsheim und Leverkusen führte schon 1:0. Und die allerbeste Stellungnahme zum Geschehen lieferte Rudi „Tante Käthe“ Völler ab, der fragte, warum man in Hoffenheim Millionen und Millionen in den Verein pumpt und sich dann nicht mal vernünftige Netze leisten kann.

Note to self: Ugliness jetzt wirklich ugly. Musik: Volbeat, Defeater.

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