Ein krimineller Wurstfabrikant…

… als Spiritus rector, so hat es Kalle Rummenigge – genau, der alte Uhrenschmuggler- gerade bei der Hauptversammlung des FC Bayern gesagt. Wer wollte da widersprechen. Seien wir mal ehrlich: Wenn die Bayern in der Championsleague eine spanische oder englische Spitzenmannschaft verdammt alt aussehen lassen, dann sind wir doch alle begeistert, oder etwa nicht? Angesichts des Tripple-Gewinns in der letzten Spielzeit und eines nochmals gesteigerten Umsatzes herrscht nun in München offenbar allumfassende Seligkeit. Da kann man über die Straftaten eines Aufsichtsratsmitglieds schon mal hinwegsehen. Uli Hoeneß wurde heute mit lang anhaltenden Ovationen gefeiert und bei Rummenigges Rede hat er ein bisschen geweint.

Als Hoeneß dann selbst das Wort ergreift, spricht er davon, dass er ja eine Selbstanzeige verfasst hat, „wie viele andere Bürger in Deutschland“ und da ist sie wieder: Die Selbstgefälligkeit, das mangelnde Unrechtsbewusstsein, die tapsige Wurstigkeit, die so nur ein Uli Hoeneß hinbekommt. Und der Täter will sich zum Opfer machen, als er die medialen Vorverurteilungen und die schwere Zeit für seine Familie beklagt. Auch das bekommt nur ein Uli Hoeneß hin: Die Finger noch in der Keksdose, aber dann schon losheulen.

Hoeneß hat nie gezögert, wenn es darum ging auszuteilen und selbst zu verurteilen. Jetzt stellt er sich auf die Bühne und lahmt rum : „Ich habe einen Fehler gemacht“. Wäre ich Bayernfan, würde ich mich schämen. Was für eine peinliche und selbstgerechte Figur. Und er wird im Amt bleiben, dazu wird die Inszenierung als tragischer Held beitragen, die er heute abgeliefert hat. Widerlich.

Note to self: So einer bin ich nicht Sportfreundin. Musik: Ruins Of Beverast.

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