Alive and kicking

Entschuldigung, dieser Beitrag ist etwas unchronologisch, aber er muss trotzdem sein. Als ich noch ein kleiner Junge war, da gab es eine zweigeteilte zweite Liga, nämlich Nord und Süd. Und die SG Wattenscheid spielte gegen Tennis Borussia Berlin. Und der KSV Baunatal spielte gegen Schwarz Weiß Essen. Und (jetzt kommts:) Alemannia Aachen spielte gegen Rot Weiß Essen. Und deswegen und nur deswegen bin ich am letzten Samstag ins Stadion gegangen. Denn das letzte Spiel der Alemannen in der Regionalliga, das ich gesehen hatte, auswärts gegen Uerdingen nämlich, war so dermaßen erbärmlich, dass ich vom schwarz-gelben Glauben fast schon abgefallen war.

Also es war so: Der Regionalliga-Schlager sollte 10.000 zahlende Besucher ins Stadion locken, das ging knapp daneben. 9.500 Zuschauer waren da. Und ohne Übertreibung: Alle Schlachtenbummler (ein schönes Wort), deren Herzen für die Alemannia schlagen, hatten einen formidablen Nachmittag. Aachen schlug Essen 3 zu 0 und spielte dabei sogar ab und zu Fußball, den man sich mit Genuss angucken konnte.

Was mir besonders gut gefiel (abgesehen von dem sehr schönen Trick von Marquet kurz vor Schluß) war die Tatsache, dass die Mannschaft bis zum Ende der Spielzeit völlig seriös, ohne Zaubereien und Schlendrian, zu Ende spielte. Das und nicht das Ergebnis macht Hoffnung für die Zukunft. Dazu kamen am Samstag gutes Kopfballspiel in allen Mannschaftsteilen, solides Verschieben in der Zentrale und offensiv wie defensiv wirklich schwache Essener.

Damit sind wir dann auch schon wieder abseits des Platzes: Die Essener Fans machten den Block voll, hatten eine schöne Choreo am Start und stiegen nach der herben Niederlage friedlich in ihre Busse. Ein paar unverbesserliche Aachener zündelten erst im Pontviertel und wollten dann (was man so liest) die RWE-Fans am Parkhaus überfallen. Das ist Kreisklasse.

Note to self: Those who dance are thought mad by those who can’t hear the music. Musik: Euglena, All pigs must die, Afro Celt Sound System, Rites, dEUS.

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