Was übrig bleibt

Wieder ein Silvesternachmittag, wieder dieses Nachsinnen und In-sich-rein-hören, wieder diese komische Mischung aus Zuversicht und banger Erwartung, aus Zufriedenheit und Zweifel. Was für ein Jahr war dieses 2014?

Einerseits war es ein Jahr der Konflikte und Waffengänge: Gaza, Syrien, Irak, Ukraine, Mali, Kongo. Das ist eine viel zu lange Liste in der sich Irrationalität und Hass manifestieren. Daraus folgten Entwurzelung, Flucht und unendliches Leid. Die inzwischen schon fast verdrängte Ebola-Katastrophe in Westafrika, Abstürze und Untergänge: All das trägt zu einer bitteren Bilanz bei.

In Deutschland haben wir in diesem Jahr gelernt, wie dünn die Kruste der bürgerlichen Konsensgesellschaft inzwischen ist. Das Aufkommen von AfD und Pegida ist Ausdruck einer von Angst und Dummheit geprägten Debatte, deren Lautsprecher von der unsinnigen Annahme ausgehen, der neoliberale Irrweg, der uns seit dem Kabinett Schröder II immer weiter in die Sackgasse führt, könne schon verfangen, man müsse nur auf die Verratenen und Verkauften feste genug einschlagen. Das wird sich noch ganz bitter rächen.

Und persönlich? Gar nicht so schlecht, was vielleicht auch daran lag, dass heftige Ausschläge nach oben und unten selten waren. Sollte das kommende Jahr für mich wie das letzte werden, würde ich mich nicht beschweren. Ja, das klingt insgesamt wie ein fauler Kompromiss, fühlt sich aber gar nicht so an.

Allen Lesern von „Just Skidding“ wünsche ich ein ganz besonders brauchbares neues Jahr und verabschiede mich bis Januar mit dem besten Moment aus 2014:

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Note to self: Vorbestellt, kaltgestellt, festgestellt, alles bestens. Musik: Skidsampler 2014

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