Livin‘ in a box

Wenn Menschen ein hübsches und praktisches Gehäuse für ihren Rechner suchen, dann kommen bisweilen extrem hässliche Lösungen dabei heraus. Der typische Gamer-PC mit Plexiglasfenster, durch das man auf das LED-beleuchtete Innenleben blicken kann, ist so eine Geschmacksverirrung. Andererseits beweisen manche Computerbenutzer auch ein unglaubliches Maß an Kreativität, wenn es darum geht selber Gehäuse für die Hardware-Komponenten zu fabrizieren.

Die simpelste aller Lösungen ist die Umwidmung eines Gegenstands, der wohl in jedem Haushalt vorhanden ist, nämlich eines Kartons:

PCB

Heute morgen saß ich am kombinierten Werk-/Schreibtisch, der nach einem umfangreichen Hardwaretest am vorangegangenen Nachmittag nicht gerade aufgeräumt rüberkam: Ein altes Mainboard mit ebenfalls alter CoreDuo-CPU, RAM-Bausteine, Netzteile und Festplatten. Dazwischen Kabel, Adapter, Werkzeug. Wäre es nicht schön, so fragte ich mich, wenn man die Hardwaretestumgebung in einem kompakten Behälter unterbringen würde und zwar so, dass man jederzeit ohne jeden Montageaufwand, also ohne eine einzige Schraube zu lösen, das ganze zerlegen, umbauen und trotzdem betriebssicher betreiben könnte. Darüber sann ich nach und ward plötzlich erleuchtet. Dann kramte ich Stahllineal, Schneidematte und Messer raus und baute mir in knapp 45 Minuten dies hier:

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Besonders praktisch ist tatsächlich, dass das Mainboard eigentlich zu groß für den Karton ist, denn so kann die Platine durch halbwegs genau bemessene Ausschnitte im Deckel ohne Klebeband festgeklemmt werden. Das gleiche wurde im Inneren durch Abstandshalter ebenfalls aus Karton realisiert. So sitzen Netzteil und Festplatte hinreichend fest in der Kiste.

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Tja, vorläufig heißt das System „Pappe“, allerdings wäre auch „Siemens 300“ irgendwie schick gewesen. Morgen werde ich meine sehr lebendige Box noch weiter optimieren (USB/SATA-Slotbleche, Durchführung für SATA- und IDE-Datenkabel und Stromkabel nach außen. ) und demnächst kann sie dann ihren Job machen.

Note to self: Der ereignislose Spieltag. Musik: La Brass Banda, Richard Bona, Lars Danielsson, Les McCann.

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