Frau Pusch goes bonkers

Eigentlich wollte ich zur Absturzkatastrophe von Germanwings 4U9525 nichts schreiben, auch deshalb, weil die Berichterstattung zu dieser unfassbaren Tragödie bis gestern schon einige Tiefpunkte aufwies, die beispiellos sind. Selbst bei Qualitätsmedien wie den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, waren solche Tiefschläge und Fauxpas zu konstatieren. Vorgestern hat jedoch die feministische Linguistin Luise Pusch in ihrem unsäglichen Blog, das ich hier nicht verlinken werde, den Vogel der Geschmacklosigkeit abgeschossen und die Zeitschrift „Emma“ hatte nichts besseres zu tun, als dieses peinliche Geschreibsel zu übernehmen.

Kernthese des kruden Artikels, der sich ansonsten in Nebenschauplätzen verliert, die dem Leib-und-Magenthema der Autorin, also der gendergerechten Sprache Raum geben, ist, dass Fluggesellschaften das Risiko für „erweiterte Selbstmorde“ von Cockpit-Crews durch die Einführung einer (100%igen?) Frauenquote für Piloten senken könnten, weil sich viermal so viele Männer wie Frauen selbst umbringen. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Angesichts von 150 Opfern, ihren trauernden Angehörigen und Freunden und einer Nation im Schockzustand hat Luise Pusch nichts besseres zu tun, als dieses Ereignis für ihren primitiven, männerfeindlichen Feldzug auszuschlachten. Und die Redaktion der führenden feministischen Zeitschrift in Deutschland entblödet sich nicht, dieses Geschmiere auch noch wiederzugeben.

Es sind Äußerungen wie diese, die den nachvollziehbaren Streit von Frauen für ihre Rechte in den Schmutz ziehen und die Protagonistinnen vom Schlage einer Pusch als ignorante, grenzdebile, faschistoide Kretins entlarven. Und es muss denkende Menschen beiderlei Geschlechts bekümmern, dass die Idee der Gleichberechtigung der Geschlechter, die eine zivilisatorische Errungenschaft ist, genau von solchen Rohrkrepiererinnen instrumentalisiert wird, so dass die Auseinandersetzung mit den Speerspitzen der Bewegung einem intellektuell mindestens mittelmäßig Begabten im Grunde nicht zuzumuten ist.

Note to self: Weniger ist mehr, zuviel ist zuviel. Musik: Röyksopp, Natalie Merchant, The Cat Empire.

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