Die Wissenschaft hat festgestellt…

… dass Marmelade Fett enthält. Ja, es gibt Lieder aus dem Dunstkreis von „Mundorgel & Co“, die sind so hirnrissig, dass sich der Text und die Melodie abgrundtief in die jungen Hirne auf großer Fahrt eingraben. In dem Fall aber, der in diesem Beitrag diskutiert wird, geht es um einen wissenschaftlichen Befund, der noch viel hirnrissiger ist, als die Sache mit der Marmelade. Zwei Niederländer und Bauphysiker, nämlich Boris Kingsma und Wouter van Marken (beide Uni Maastricht) haben ermittelt, dass Frauen bei der Klimatisierung von Büros „systematisch benachteiligt werden“. Begründet wird dies damit, dass vielfach bei der Festlegung einer zuträglichen Arbeitstemperatur von einem Mann (1,80m, 70Kg) ausgegangen wird, der sich bei etwa 22°C am wohlsten fühlt, wohingegen seine Kolleginnen erst bei 26°C das Optimum ihrer Leistungsfähigkeit erreichen.

Ich habe die Zuid-Limburger bislang als durchaus intelligente und weltoffene Menschen kennengelernt, insofern wundert es mich schon, dass die beiden Herren sich trauen so einen hanebüchenen Schwachsinn zu veröffentlichen. Dies schreibt übrigens jemand, der sich bei Temperaturen oberhalb von 18°C bereits unwohl fühlt. Ein Temperatur-Extremist sozusagen, der heute Abend, bei immer noch 27°C zwar vielleicht nicht mehr hochleistungsfähig ist, aber dennoch nicht an geistiger Eintrübung leidet. Klartext: Wir brauchen gar nicht mit durchschnittlicher Muskelmasse, Unterhautfett, Hautstruktur und ähnlichen biologischen Feinsinnigkeiten anzufangen, stattdessen wollen wir mal kurz subsumieren:

Wer friert, der kann sich wärmer anziehen. Wer schwitzt, kann sich nichts ausziehen, jedenfalls nicht im Büro. Für Personen beiderlei Geschlechts steht eine große Auswahl an Business-Anzügen, Hemden/Blusen, Pullover/Polunder etc. zur Verfügung, die nach Gusto mit geeigneter Unterwäsche zu kombinieren sind. Wer friert, ist selber schuld, wer schwitzt, kann nur sehr bedingt was dagegen tun. Insofern ist die Veröffentlichung der beiden Niederländer peinlicher Bullshit (dass der Online-Spiegel einen Artikel darüber ins Angebot aufnimmt, wollen wir mal in die Rubrik „Sommerloch“ einordnen.). Der Gipfel der Peinlichkeit ist aber, wenn als Ergebnis der Untersuchung eine „systematische Benachteiligung von Frauen“ ermittelt wird, diese Erkenntnis fällt in die Rubrik Mindfart. Punkt. Bauphysiker? Eine Schande für die Zunft.

„Drum essen wir auf jeder Reise, jeder Reise, jeder Reise, Marmelade eimerweise, ei-mer-weise.“

Note to self: Die Stellung halten. Ein Büro namens Höhe 231. Musik: Between The Buried And Me, The Ugly, Milking The Goat Machine.

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