Männer, Bälle, Sensationen

ALM
Ted Benoit: Après le match

Aufregen könnte ich mich. Und würde der gerade herumfleuchende grippale Virus mich nicht ein wenig schachmatt setzen, würde ich es wahrscheinlich noch viel lauter und intensiver tun.

Irgendwann gestern Abend reichte es dann: Die N11 hatte gerade gegen Georgien mit Mühe und Rumpelfussball a la Karl Heinz Förster, Hans-Peter Briegel  und Guido Buchwald knapp und glücklich gewonnen. Da ich mit DVB-T grundversorgt bin und RTL Aachen als nicht zu Deutschland gehörig ansieht („Überallfernsehen“, ich lach mich schlapp), musste ich auf andere Angebote ausweichen. Die Hälfte des Spiels sah ich als RTL-Stream, die andere mit englischsprachigem Kommentar. Während der Mann vom Unterschichtenfernsehen sich redlich bemühte, die bescheidene Darbietung auch noch schönzureden, gingen seine anglophonen Kollegen mit dem amtierenden Weltmeister hart und unerbittlich ins Gericht.

Die Kommentatoren in der Online-Presse waren sich denn auch schnell einig, woran es haperte im taktischen Konzept. Kein Wunder, selbst ein durchschnittlich begabter Fußballfan konnte sehen, dass die Außenverteidiger viel zu oft in die Mitte zogen, das Mittelfeld in der Rückwärtsbewegung viel zu behäbig agierte und die Innenverteidigung zur Hälfte aus einem Totalausfall bestand. Ich brauche nicht ins Detail zu gehen. Ich brachte es nicht über mich, mir die Ausführungen des sichtlich konsternierten Bundestrainers nach dem Kick zur Gänze anzutun. Warum er einige indisponierte Kräfte in der Startaufstellung aufbot, wird wohl sein Geheimnis bleiben.

Der sportliche Höhepunkt des Wochenendes bestand für mich deshalb in der Begegnung Frankreich gegen Irland bei der gerade stattfindenden Rugby-WM. Irland gewann verdient gegen die favorisierten Franzosen, die nun gegen die Übermannschaft Neuseeland antreten müssen. Seit ich mich das Regelwerk eingearbeitet habe und einen immer höheren Anteil der Schiedsrichterentscheidungen tatsächlich nachvollziehen kann, ist dieser Sport für mich Quell großer Freude: Das Spiel ist hart aber ehrlich, es wird nicht geschauspielert und die Kommentatoren reden tatsächlich über Sport und nicht die ganze Zeit über Geld, so wie beim Fußball.

Note to self: Sie sind drin. Musik: Kowloon Walled City, Children Of Bodom, Mariza, Markus Setzer.

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