Kein Beitrag

Ludwig Wittgenstein und Anicius Boethius könnten Pate stehen für diese Zeilen, die eben eigentlich gar nicht zu lesen sein sollten. Sie sind Ergebnis einer flüchtigen Durchsicht der üblichen Online-Medien an einem Sonntag Vormittag, mit dem ersten und dem zweiten Kaffee. Das zugrunde liegende Problem ist bekannt, es nennt sich „horror vacui“, die Angst vor der leeren Leinwand. Verschärft wird es noch, wenn es um regelmäßig wiederkehrende Ereignisse und Publikationen geht, das kennen vor allem Kolumnisten und Leitartikler, aber auch die Komitees für alljährlich zu vergebende Preise und Ehrungen. Sybille Berg und der Elferrat des Aachener Karnevalsvereins wissen Bescheid. Was man diesen Menschen wünscht, ist ja im Grunde der vielbeschworene „Mut zur Lücke“, denn diese Lücke könnte sowohl auf der Sender- als auch auf der Empfängerseite Gelegenheit für eine fruchtbare Phase der Kopfentleerung, meinethalben im Sinne der buddhistischen Einsichtsmeditation sein.

Wer glaubt, dieser Mangel an Mut zur Enthaltsamkeit sei nicht der Rede wert, der mag sich die letzten Ausgaben des „Schwarzen Kanals“ auf SPON oder die jüngsten Einträge auf der Liste der Friedensnobelpreisträger zu Gemüte führen, dann wird die ganze grausame Tragweite offenbar. Doch es fehlt nicht nur an Courage: Geltungssucht und Narzissmus sind Treibstoff für das große Scheitern, wenn die Auslassung nicht gelingt. Und weil uns diese Charakterlosigkeiten nicht auszutreiben sind, sollten wir zumindest eine thematische Beschränkung mit uns ausmachen, damit es nicht ganz so peinlich wird.

Deshalb will ich mal kurz aufzählen, worüber bei „Just Skidding“, zumindest mittelfristig, nicht geschrieben werden wird: Flüchtlinge, die SPD, das Dschungel-Camp, die derzeitige Regierung Polens, der Klimawandel und Alemannia Aachen. Allen diesen ist eines gemeinsam: Es gibt es nichts hinein zu geheimnissen.

Seit ich diesen (Nicht)-Beitrag begonnen habe, sehe ich einen leicht dicklichen Gymnasiasten mit angeklebtem Bart vor meinem geistigen Auge. Er heißt Matz und hier ist sein Text:

„Forscht, wo ihr was zum Forschen findet.
Das Unerforschbare lasst unergründet.
Wir kennen euch. Ihr seid entrüstet,
wenn euch etwas verboten ist.
Ihr tut, als ob ihr alles wüsstet.
Obwohl ihr noch viel wissen müsstet,
bevor ihr nur ein Zehntel wisst.“

(Erich Kästner, „Das fliegende Klassenzimmer“)

Note to self: Aufgelaufen, abgesessen, eingefädelt. Und dann noch daneben getippt. Musik: Baroness, Mother’s Cake, Hercyn.

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