Wehret den Anfängen

Heute beim Kunden. Eigentlich eine Kleinigkeit: Ein neues Laptop muss eingerichtet und ins Netzwerk integriert werden. Der Teufel steckt dann im Detail. Einige datenbankbasierte Abrechnungs- und Kalkulationsprogramme müssen mitsamt Altbestand migriert werden. Die Software liegt auf CD und DVD vor, das neue Gerät hat kein optisches Laufwerk, ich habe auch keines dabei. Also müssen erst mal ISOs erzeugt werden, die Datenbanken exportiert und dann alles wieder zusammengefriemelt werden. Kriegen wir schon, dauert aber und so komme ich in Verzug. Es gibt schließlich noch andere Kunden. Als ich also zwischen zwei Büros hin und her flitze und so richtig in Fahrt bin, hat eine junge Wachtmeisterin ihren Auftritt, sie steht plötzlich im Flur. „Das Gebäude sofort verlassen, Feueralarm!“ Aha, deswegen also die Sirenen, die ich zwar gehört, aber irgendwie ausgeblendet habe. Ich stoße einen Fluch aus, greife mir Jacke und Mütze und stürme mit den anderen Mitarbeitern ins Treppenhaus, wo es tatsächlich nach Rauch riecht, und dann auf die Straße. Dort werden wir hinter ein Absperrband komplimentiert und können die Szenerie fortan in aller Ruhe betrachten:

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Da hätten wir also eine Drehleiter, zwei Gerätewagen, eine rollende Leitstelle, einen Rettungswagen und zwei Streifenwagen. Dazu ein Dutzend Wehrleute, zwei Rettungssanitäter und vier Polizisten. Schläuche werden ausgerollt, Atemschutz angelegt, ein Riesenaufstand. Mit Brecheisen werden die Lichtschächte zum Kellergeschoss aufgestemmt, während ein anderer Trupp ins Gebäude vorstößt. Ich sehe meine Terminplanung gesprengt und informiere erst mal die Geschäftsleitung, die natürlich begeistert ist. Während die meisten Beschäftigten in der Kälte ausharren, verholen sich die höheren Chargen in das gegenüber liegende Bistro, denn es zieht sich. Rauchentwicklung oder offene Flammen sieht man nicht. Die Feuerwehr verlässt das Gebäude, geht wieder rein, der inzwischen eingetroffene Hausverwalter informiert und will informiert werden. Und irgendwann passiert es dann. Ein mit Wasser gefüllter Eimer wird herangeschleppt, in einen Kellerschacht entleert. Dann informiert die Polizei die Wartenden: Eine achtlos weggeworfene Kippe, Schmodder im Kellerschacht, es schmorte ein bisschen, fertig ist der Großeinsatz. Wir dürfen ins Büro zurück. Na danke. Die Aachener Wehr ist jedenfalls auf Zack und der Typ mit dem Eimer der Held des Tages. Oh Mann!

Note to self: Ich schaffe es noch nach Düren, irgendwann. Musik: Puscifier, Karl Scott, Pighead, Ulcerate.

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