Alles Gute Laura!

Tja, nur die wenigsten können sich vorstellen, was es körperlich und psychologisch bedeutet, Leistungssport auf Weltspitzenniveau zu betreiben. Wenn man also hört, dass Laura Dahlmeier, vielleicht die beste Biathletin der vergangenen 6 Jahre, mit 25 heute ihr Karriereende bekannt gegeben hat, wird so mancher Kopf geschüttelt werden. Natürlich denkt man an Kaisa Mäkäräinen, die inzwischen 36 ist und immer noch im Weltcup das Geschehen mitbestimmt. Ist dieser Vergleich fair?

Die Erfolge von Dahlmeier sind zu zahlreich, um sie aufzuzählen. Sie ist Doppelolympiasiegerin, 7fache Weltmeisterin und gewann den Gesamtweltcup. Wenn man so erfolgreich ist, muss es schwer sein, sich für kommende Wettkämpfe zu motivieren. Aber wahrscheinlich hat das gar nicht den Ausschlag für ihre Entscheidung gegeben. Für jeden Beobachter war in der letzten Saison leicht zu sehen, dass ihr Körper den Höchstbelastungen nicht mehr wirklich gewachsen war. Die Kreislaufprobleme nach so manchem Rennen sprachen eine deutliche Sprache. Und entsprechend musste sie einige Wettbewerbe auslassen. Die Frage, ob sich das mit einer anderen Trainingssteuerung hätte beheben lassen, müssen Sportmediziner beurteilen.

Gut vorstellbar ist außerdem, dass Dahlmeier einfach keine Lust mehr hatte als Sportikone von den Medien heimgesucht zu werden: Laura beim Bergsteigen, Laura beim Mountainbiken usw. das nahm schon ziemlich heftige Züge an. Und all das immer verknüpft mit dem Image des fortwährend lächelnden, urbayerischen Naturmädels. Kann man das auf Dauer aushalten? Ich könnte es nicht.

Also warum nicht mit Mitte Zwanzig Feierabend machen, was ganz anderes anfangen, rausfinden, was außer laufen und schießen noch in einem steckt? So gesehen könnte man vielleicht sogar formulieren, dass solche Athleten wie die oben angeführte Mäkäräinen (oder auch Ole Einar Björndalen) den richtigen Zeitpunkt für den Absprung verpasst haben. Man kann ihr nur das Beste wünschen, aber eine Bitte hätte ich dann doch noch:

Frau Dahlmeier, machen Sie es nicht so wie die Kollegin Neuner, die inzwischen als Werbebotschafterin vor jeder Biathlonübertragung Gläser mit alkoholfreien Biermischgetränken in die Kamera hält. Das haben Sie gar nicht nötig. Machen Sie was Schönes, viel Spaß dabei!

Note to self: Und wieder die Firma mit dem U. Musik: City and Colour, Oxbow, Allegaeon, Tear Light from Matter.

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