Mobiles

Ah, ich muss nochmal klimamäßig nachlegen. Das hat mit der gestrigen Meldung zu tun, dass der Bundesverkehrsminister Inhabern des Führerscheins für PKW unter bestimmten Voraussetzungen auch das Fahren von kleinen Motorrädern erlauben will. Über Herrn Scheuer will ich mich hier nicht weiter äußern. Beachtenswert ist vielmehr, dass Inhaber der alten Führerscheinklasse 3, die den Schein vor einem bestimmten Stichtag erwarben, ohnehin die Fahrzeuge bewegen dürfen, um die es jetzt geht. Ebenfalls sollte man wissen, dass entsprechende Regelungen in europäischen Nachbarländern schon immer bestanden. In der Bundesrepublik ist das Führerscheinwesen dagegen ziemlich rigide.

Ganz ehrlich: Selbst wenn ich es dürfte, ich würde mich -auch nach 5 Übungsstunden- nicht hinter den Lenker eines Leichtkraftrades setzen, dass locker über 100 km/h fährt. Ich traue mir das einfach nicht zu. Aber ich habe jahrelange Zweiraderfahrung mit 50ccm und kenne deswegen die Vorzüge dieses Mobilitätskonzepts ganz gut. Also, wenn ich Bundesverkehrsminister wäre, dann würde ich dies hier vorschlagen:

Jeder, der einen PKW-Führerschein besitzt oder erwirbt, sollte Zweiräder mit einer Höchstgeschwindigkeit von 70km/h fahren dürfen. Praktische Fahrfähigkeiten (Vollbremsung, Achtenfahren, Regenfahrten) sollten bei der Ausbildung obligatorisch vermittelt werden, ggfs. im Rahmen einer Nachschulung. Solche Fahrzeuge stellen im Stadtverkehr kein Hindernis dar, im Gegensatz zu den auf 45 km/h begrenzten Rollern. Als Versicherung sollte die bisherige Haftpflicht mit kleinem Versicherungskennzeichen reichen.

Diese neue Fahrzeugklasse könnte, wenn sie elektrisch betrieben und der Strom entsprechend erzeugt wird, was beispielsweise in China bereits 10.000fache Praxis ist, ganz erheblich CO2 einsparen. Der Materialeinsatz bei der Herstellung, dem Betrieb und der Entsorgung wäre gegenüber einem Auto auch sehr überschaubar. Mit 70 Stundenkilometern wäre das tägliche Pendeln vom Stadtrand bzw. Vorort vernünftig zu machen, die Reichweite von gängigen E-Scootern liegt zum Teil über 200 km. Man kann solche Fahrzeuge so auslegen, dass die Batterie entnehmbar ist. Damit könnte auch der durchschnittliche Innenstadtbewohner ohne eigene Garage elektrisch unterwegs sein, ohne Aufbau einer teuren Ladeinfrastruktur.

Man kann solche Zweiräder für den Lastentransport konzipieren und auch das Verbringen des Nachwuchses in die Kita wäre mit entsprechenden Anhängern kein Problem. Dachkontruktionen mit Wetter- und Überrollschutz wären ebenfalls denkbar. Somit könnten sehr viele Menschen auf ein eigenes Auto verzichten und diese Umstellung wäre in zwei, drei Jahren machbar. Es gibt aber eine weitere Voraussetzung:

Wir müssten alle ein bisschen vorsichtiger fahren. Schaffen wir das?

Note to self: Morgen wird’s grün. Ich freue mich. Musik: Demon Hunter, Ironhide, Rammstein.

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