Sack, alter

Burstdayskid

[m, umgspr., fig.] Ein alter Sack ist ein männlicher Erwachsener, der mindestens das 40. Lebensjahr vollendet hat und somit endgültig aus der Hauptzielgruppe der Werbewirtschaft sowie der Flirt- und Eheanbahnungsseiten herausgefallen ist. Der Ursprung des Begriffs geht auf das griechische Wort sákkos (grober Stoff aus Ziegenhaar) zurück.

Alte Säcke zeichnen sich morphologisch durch eine mehr oder weniger dichte Behaarung der äußeren Ohrmuscheln aus. Weitere typische Merkmale können schütteres bzw. fehlendes Haupthaar, ausgeprägte „Love Handles“ am Mittelbauch und faltige Aussackungen im Kinn-und Halsbereich sein.

In der vergleichenden Verhaltensforschung gilt der alte Sack als natürlicher Widerpart des „jungen Dynamischen“. Durch die Abnahme von Sehvermögen und Agilität ergibt sich ein eingeschränkter Aktionsradius, dies wird häufig durch eine gesteigerte Duldsamkeit gegenüber den Unbilden der Umwelt ausgeglichen. Typische Verhaltensmuster des alten Sacks sind „Zigaretten holen“ (vorzugsweise mehrjährig), „beim Bier sitzen“ (ganzjährig, oft in Verbindung mit „jungen Hühnern nachglotzen“ und „Weltschmerz kultivieren“) und „spazieren gehen“ (so genanntes Pseudowandern).

Aus volkswirtschaftlicher Sicht ist der alte Sack ein wichtiger Faktor, der zum Erwerb 4-türiger sportlicher Limousinen mit Sitzheizung neigt. Motorräder mit lang ausgezogener Vordergabel („Softchopper“), Pflege- und Aufbaupräparate (Nashornpulver, Granufink Prosta), Beinkleider mit elastischem Bund und Multifunktionswesten sind ebenfalls beliebte Produkte. Letztgenannte Kleidungsstücke werden gerne mit idiotischen Hüten und Herrenhandtaschen kombiniert.

Note to self: Halb so schlimm! Musik: Meshuggah, Psyopus, Noir Désir.

4 Antworten auf „Sack, alter“

  1. Will der alte Sack jugendlich erscheinen („Aber nein! Ich gehöre doch noch lange nicht zum alten Eisen!“), kleidet er sich in seiner Freizeit in ein Hawaiihemd zu Bundfaltenjeans oder weiten, bunten Bermudashorts, dazu weiße „Tennis“-Socken, wadenhoch, zur beigefarbenen Ledersandale.
    Ist aber alles halb so schlimm, hat doch der alte Sack oftmals das Herz auf dem rechten Fleck und ist allgemein recht umgänglich. (Darin unterscheidet er sich fundamental von der Spezies „blöder Sack“. Allein der Gattungsname ist beiden gemein, aber da hört es dann auch schon auf.)
    Kennst du etwa ein Exemplar dieser Art?

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