Butter bei die Fische

Heute beim Discounter: Der günstige Gouda ausverkauft, das preiswerte Streichfett von der Kuh auch. Aha, die ersten Anzeichen der angekündigten Lebensmittelverteuerung im Milchproduktbereich machen sich bemerkbar. Ich greife zu Edammer und Pflanzenfett und überlege: Ist noch nicht lange her, da schwammen wir in Milchseen und die Butterberge waren alpinistische Herausforderungen. Dann kam die Milchquote, um den europäischen Subventionswahnsinn wenigstens zu kanalisieren und die Vermarktung der Flüssignahrung war für die Bauern fast ein Verlustgeschäft. Nicht zuletzt, weil Lebensmittelmonopolisten die Preise diktierten so wie Automobilbauer das mit ihren Zulieferern machen. Und auch diesmal wird bei den Erzeugern das kleinste Kuchenstück der Erhöhung ankommen. Den großen Batzen bekommen die Albrecht-Brüder, die Stiftung (sic!) aus Neckarsulm und Konsorten. Toll, wie unsere Marktwirtschaft funktioniert. Zwei aktuelle Nachrichten passen da prima ins Bild: 1.) Immer häufiger nehmen Kinder von Hartz IV- Empfängern nicht mehr an der Schulspeisung teil, da sie sich die Preise schlicht nicht leisten können (und wer jetzt schreit: Das liegt nur an den blöden Eltern, die sich lieber Kippen und DVDs kaufen, der hat wirklich nichts kapiert). 2.) Ein heftiges Eingreifen der Bundesregierung und der KfW verhinderte gestern eine erhebliche Schieflage (vulgo: Megapleite) in der deutschen Bankenwirtschaft. Also wird jetzt das Risiko der schlechten Kredite von der Allgemeinheit getragen und die Herrschaften, die sich die Taschen vollgestopft haben als es gut lief, sind fein raus. Toll, wie unsere Marktwirtschaft funktioniert. Musik: Refused, Rolling Stones

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