Broken Arrows

Eigentlich halte ich nicht allzuviel von Guido Knopp und seinen merkwürdigen Geschichtssendungen, die ja unter der Überschrift „History“ laufen, womit schon klar ist, dass es sich nicht um selbst recherchiertes Material handelt, sondern um die Zweitverwertung von Wissen aus dritter (amerikanischer) Hand mit zum Teil merkwürdigen Perspektiven. Trotzdem: Heute Abend war etwas Interessantes im Programm. Es ging um Nuklearwaffen, die den USA bei Unfällen (Bomberabstürzen etc.) abhanden gekommen sind. 11 dieser „zerbrochenen Pfeile“ sind nach wie vor verschollen, in Grönland, vor der Küste von Georgia, wer weiss wo noch. Ich bin ein Kind des kalten Krieges, das sich noch gut an den Schock erinnern kann, der von der Erkenntnis ausgelöst wurde, dass der nächste Krieg der Hegemonialmächte der letzte sein würde. Die Vorstellung, dass Nuklearsprengköpfe irgendwo auf der Welt vor sich hinmodern erscheint mir auf den ersten Blick ungemein bedrohlich. Auf den zweiten Blick wird allerdings klar: Wesentlich explosiver sind die Folgen des wirklichen, des täglich stattfindenden Krieges, des globalen Ausbeutersystems, der menschenverachtenden Transaktionsökonomie, der ungezügelten Verheizung unseres Planeten. Auch dieser kalte Krieg produziert „broken arrows“ und zwar Millionen davon. Ich glaube nicht, dass diese noch vierzig oder fünfzig Jahre vor sich hinschmoren werden. Note to self: Telefonreiniger sind wichtige Säulen unseres sozialen Gefüges (Douglas Adams hatte zweifellos recht). Musik: Jamiroquai, Janis Joplin

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