Möpse und Mondflüge

Ok, es ist Wahlkampf, nicht die Zeit für Feinsinnigkeiten und Zwischentöne. Man muss Abstriche machen, wenn um die Stimmen der Stammtischbesatzungen und Dauerberieselten gefochten wird. Außerdem muss man als Beobachter des Kampfgeschehens natürlich immer im Blick behalten, was da wo aus welchen Gründen ans Tageslicht gezerrt wird. Oft genug scheint es ausschließlich darum zu gehen, die Auflage bzw. Klickrate zu erhöhen. Wenn sich namhafte Nachrichtenmagazine nun in den letzten Tagen vermehrt an den Schwarzen abarbeiten, vielleicht weil Frank Walter nicht mal mehr als lohnendes Ziel taugt, dann wird höchst Absonderliches zu Tage gefördert, man möchte sich mitunter kneifen.

Ich kann nicht glauben, dass bei der Süddeutschen die regulären Redakteure arbeiten, oder sie agieren ohne Chef vom Dienst. Anders ist das unterirdische Sommerlochniveau nicht zu erklären. Wenn man schon über das für Unionsverhältnisse unglaublich freche Wahlplakat von Frau Lengsfeld, die noch nie dazu neigte Gefangene zu machen, berichten will, ist es dann wirklich nötig, die bierernste und bemüht politisch-korrekte Attitüde einer Frauenunionsvorsitzenden absatzlang auszuwalzen. Kaum. Nicht besser ist der Artikel über die lunaren Ambitionen eines endgelagerten Peter Hintze, der in Wirklichkeit ja gar nichts dafür kann, sondern den Schwachsinn nur rausposaunt hat, weil er immer schon von einem unstillbaren Mitteilungsbedürfnis gesteuert war.

Da lobe ich mir den Spiegel, der trifft wenigstens den Nerv. Man denkt unwillkürlich: Ja Wolle und ich weiß, was Du die letzten 4 Jahre getan hast. Schäm Dich was. Schämen sollte sich auch der neue Star Baron von und zu, der in seinem Übereifer schon mal Outsourcing und Zypriesüberholen übt. Letzteres könnte ja noch wichtig werden, wenn bei der Süddeutschen die Stammmannschaft wieder zur Hochform aufläuft.

Note to self: Weg ist die Leitung nach Baku. Das kann den Beitrag aber nicht mehr retten. Fussball oder Blog, beides geht nicht. Musik: Kyuss, John McLaughlin, Shakti.

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