Beigemauert

Das Haus hat eine neue Ecke. Die konstruktiven Hintergründe der Erfordernis erschließen sich dem Unkundigen nicht. Muß natürlich sofort an meine R-Broicher Maurererlebnisse zurückdenken und zugeben, dass das Mauern wohl eine ungeheuer kontemplative Angelegenheit sein kann. Ignatianische Exerzitien mit Mörtel und KS-Koffer sozusagen. Und zur Belohnung des heute nur durch Anschauung geläuterten Hilfshandlangers gabs dann noch ein Spontangrillen in Ödlis Mäusegarten. Das lob ich mir. Man vergisst sogar kurzfristig den Frust über die Tour der Betrüger. Heute auch noch Rasmussen, wer als nächster? Musik: Helmet, Corrosion of Conformity

Spiesspachteloedli

Beimaurer

Noch eine Fotoempfehlung: Schaut Euch die neuen Masurenbilder von Esther Tulodetzki an! Klasse.

Wenn mich alle würden, die mich können…

…käme ich überhaupt nicht mehr zum Sitzen.

Die Ausbeute eines durchschnittlichen Fernsehabends: Keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und kein Urlaub für geringfügig Beschäftigte bei Zeitarbeitsfirmen. Naziübergriffe in Halberstadt. Richter, die auf dem rechten Auge blind sind. Ein toter Bauingenieur in Afghanistan. Skinheads in Duisburg-Untermeiderich. Irgendwann möchte man nur noch abschalten.

Zum Glück gibt es später noch „30 Jahre Rockpalast“. Alles ziemlich lange her. Und irgendwie auch komplett an mir vorbei gegangen. Zumindest die frühen, die wirklich kultigen Nächte (Police, Johnny Winter, Rory Gallagher). An BAP kann ich mich erinnern, an die Peppers mit den Socken überm Dödel (damals auf der Wildenburg geguckt, ich fands irgendwie widerlich). Trotzdem: Man wünscht den Halbstarken von heute, dass sie ihren Gangster-Rap-Bullshit in die Tonne hauen mögen. Das bedeutet wahrscheinlich, dass ich wirklich alt bin. Note to self: Wir müssen im Oktober spielen, unbedingt. Musik: Prong, Propaghandi, I Mother Earth.
Skidzung

Donnerlittchen

Ein heftiges Gewitter tobt sich gerade über dem Westzipfel aus. Richtig finster ist es (ungefähr so finster wie damals bei der sagenumwobenen SoFi ’99) und gewaltige Wassermassen stürzen vom Himmel (auf unser frisch gedecktes Dach, da kommt Freude auf!).

Tropfentisch

Eine Replik zum gestrigen Kommentar von Tom zum Eintrag „Das Ende der Tour“ (Darin ging es um die Einstellung der Tourberichterstattung durch die öffentlich-rechtlichen Sender.) und zum Thema „Scheinheiligkeit“: Was ist scheinheiliger? Ein Berufsradfahrer, der, wenn das Ergebnis der B-Probe den positiven Befund bestätigt, sich offensichtlich einen Dreck darum schert, dass sein Rennstall ernsthafte Anstrengungen unternimmt, einen Schlußstrich unter ein in Jahrzehnten etabliertes Betrugssystem zu ziehen, oder die Medien, die im Grunde genommen die Wahl zwischen Pest und Cholera hatten: Setzt man die Übertragungen fort, gibt man auch denjenigen eine Bühne, die immer noch nach dem Prinzip „rollende Apotheke“ unterwegs sind. Bricht man ab, vergibt man die Möglichkeit einer kritischen Berichterstattung und bestraft die ehrlichen Fahrer und die interessierten Zuschauer. Ich denke nach wie vor, dass die Entscheidung der Sender richtig war. Nur durch den „ecran noir“ wird den Verantwortlichen klar gemacht, dass sich Medien, deren Tätigkeit letztlich über den Fluß der Sponsorengelder entscheidet, nicht auf Gedeih und Verderb der Quote aussetzen, sondern zu recht das Interesse ihrer Endkunden an einem ehrlichen sportlichen Vergleich verteidigen. Und ist es nicht nicht bezeichnend, dass ausgerechnet der Unterschichten-Sender, der noch vor kurzem seine Nachrichtenredaktion auflöste und stattdessen nun Wiederholungen von Gerichtsschows zeigt, bereitwillig die Übertragungsrechte übernommen hat und im Rahmen seiner Übertragungen das Thema Doping angeblich weitgehend ausblendet („angeblich“ steht hier, weil ich ausschließlich Qualitätsfernsehen konsumiere und daher nur die Berichterstattung über die Berichterstattung verfolge).

Wohlverstanden: Mir ist klar, dass die Zeit als Epo-Jan und Epo-Lance unterwegs waren und die ARD das Team Telekom sponserte noch nicht lange zurückliegt. Ebenfalls klar ist, dass auch in anderen Sportarten reichlich gedopt wird. Ob man die olympischen Spiele in Peking übertragen sollte? Gute Frage. Und um den ganz großen Bogen zu schlagen: Wenn Siege nicht mehr kritiklos gefeiert, sondern an ethische Prinzipien geknüpft werden, ist das nicht langfristig eine Abkehr von einer kopflosen und armseligen Leistungskultur nicht nur im Sport, die uns, das ist meine feste Überzeugung, in eine Sackgasse führt? Note to self: Die ersten zwei dicken Hedgefonds platzten bereits. Der Anfang vom Ende der idiotischen Gier?

Was ganz anderes: Anne hat ihre Webseite auf Vordermann gebracht. Schaut mal vorbei! Musik: Plan B, Poems for Laila

Das Ende der Tour

Da haben wir den Salat. Ich gestehe freimütig, dass ich in den vergangenen Tagen die Berichterstattung zu den Alpenetappen der Tour de France mit Interesse verfolgt habe. Damit ist nun vorläufig Schluß, der positiven A-Probe von Patrik Sinkewitz sei es gedankt. Der Schritt der öffentlich-rechtlichen Sender, die Berichterstattung über die Rundfahrt vorläufig auszusetzen ist konsequent und zu begrüßen; zu wünschen wäre darüber hinaus, dass auch die Sponsoren der Profiteams ihr Engagement überprüfen und sich gegebenenfalls zurückziehen.

Klar ist aber auch: Ein Generalverdacht drängt sich angesichts der Häufigkeit der Vorfälle und Dreistigkeit der Überführten auf, eine generelle Vorverurteilung hat aber zu unterbleiben. Auch wenn man eine misanthropische Ader hat (die sich beim Blogger zwar hin und wieder regt, aber wahrscheinlich aufgrund der christlich geprägten Erziehung in einem intakten Elternhaus nicht die Oberhand behält), sollte man zunächst einmal dem Grundsatz folgen, dass ein Jeder als unschuldig zu gelten hat bis ihm seine Schuld nachgewiesen wird. Das fällt schwer. Noch schwerer fällt es, sich nicht bei den weiterhin laufenden Livetickern im Netz zu bedienen. Der Teufel ist ein Eichhörnchen. Musik: Poison the Well.

Gerinnungsfaktoren

Eine Tropennacht also. Des Bloggers Denkorgan, eben auch fast nur aus Eiweiss bestehend, scheint genauso gerinnungsgefährdet, wie das des Bundesinnenministers, nur hatte der eben beizeiten keine nassen Tücher und geeiste Kaltgetränke parat. Die Folgen der cerebralen Denaturierung des Herrn Schäuble bekommen wir nun tagtäglich in der Tagesschau serviert. Man schüttelt sich, kann aber das verdammt ungute Gefühl, das dieser Paranoiker verbreitet, nicht abschütteln. Man kneift sich, stellt fest, dass es sich nicht um einen schlechten Traum, sondern großkoalitionäre Realität handelt.

Während mir der Tabak ausgeht, ich mich über Toms Kommentar zum letzten Beitrag freue, das Hirn bereits träge Blasen wirft, läuft in der Glotze ein deutschen Melodram (Wachkoma, Vaterunser, Intensivstation) mit den Helden (Rock am Ring, Seismographen, Mutter Holofernes) um die Wette und das Wort „fremdschämen“ bekommt eine ganz neue Bedeutung. Wenn ich Videoaufnahmen von ANNA1 sehe, denke ich ja auch immer, dass Kopfmenschen auf Bühnen generell komisch rüber kommen. Aber wenn Judith sagt „Die erste Option ist doch die naheliegendere“, dann rollen sich die Fussnägel hoch. Wenigstens Bläser hammse und Cure-Cover.

An Schlafen ist nicht zu denken. Möör.

Roof truss and shrink wrap…

Rechtzeitig zum angekündigten Hochsommerwochenende ist unser Dachstuhl fertig geworden. Es tut gut das frische Holz und das von einer Folie geschütze und damit dichte Dach zu sehen. Betrachtet man vergleichend die Stärke der alten und neuen Sparren und Masse an ursprünglich verbautem Isoliermaterial, dann ist man richtig froh, dass man mit dem Einbringen der neuen Isolierung nichts zu tun hat.

DStuhl2

DStuhl

Leider werden bis zum Einbau der Fenster und Türen in die Gaupen (sehr merkwürdiges Wort, schon beim Sprechen, beim Schreiben dann erst recht) noch einige Wochen ins Land gehen, weshalb die leeren Öffnungen (Fensterhöhlen klingt da schön) nun mit einer zartgrünen Folie abgedeckt sind.

Gaupe

Ein schönes Nebenergebnis des Tages ist das Verschwinden unübersehbarer Mengen an Styropor in einem grauen Müllauto. Note to self: Trifft der Hammer den Finger nicht den Nagel, bekommt man einen ungefähren Eindruck davon wie hart hammerhart ist. Musik: Schweisser

Abgebrochen

Überraschend gutes Wetter ist zu vermelden. Also ab an den Stadtrand, Baustelle gucken. Der Abbruch ist beendet, die Aussichten entsprechend merkwürdig:

Giebel1

Giebel2

Man möchte ein paar Liegestühle aufstellen auf dem nun endlich abgedichteten Behelfsflachdach, dazu Palmen in Kübeln, eine kleine Bar im Bambuslook und ein paar Wedelsklaven vielleicht. Doch, irgendwie freut man sich zurzeit über jede Minute Sonnenschein.

Leider sind da noch ein paar Kubikmeter Styropor zu entsorgen, von dem bevorstehenden Innenausbau ganz zu schweigen, aber wenn der große Gasförmige noch ein paar Sonnentage zulässt, ist der neue Dachstuhl in Kürze drauf und das Gröbste ist überstanden. Anbei noch ein paar mehr oder weniger skurile Details:

Pressspan

Abfluss

Summer

Schluesselmaus

Note to self: Tatsächlich kribbelts noch beim Verfolgen der Tour de France Übertragungungen. Warum nur? Musik: Kruder & Dorfmeister, Nine Inch Nails, Norah Jones

The Demolition Men

Geschafft! Große Teile des ehemals schwimmenden Estrichs befinden sich -in handliche Brocken zerteilt- im Container. Ich bin um ein paar Erfahrungen reicher: 1.) Der GSH 11 E ist ein klasse Hammer, jedoch braucht es einen gestandenen Messebauer um das Mörderteil elegant und zielsicher zu bedienen. 2.) Schuttrutschen sollten eine größere Wandstärke aufweisen und eine Fernbedienung (für das untere Rüsselende) besitzen 3.) Dämmungen sollten nicht durch Einfüllen von Styropurschnipseln realisiert werden. 4.) Bei bevorstehenden Abbrucharbeiten, die von Professionellen ausgeführt werden, ist der Begriff „besenrein“ möglichst großzügig auszulegen. 5.) Es könnte alles so einfach sein – ist es aber nicht. Die folgenden Fotos sind vom Torsten

Gebrochen

Haufen

Container

Musik: Rammstein, Fanta4. Note to self: Es ist jetzt gut mit dem Regenwetter – mir reichts. Zwischenbilanz nach 3 Tagen Baustelle: Gerüst fertig, Bad demontiert (einschließlich intermediärer Verstopfung), Abbruch Dachstuhl begonnen, morgen mach ich was anderes. Puh.

Da bin ich wieder!

Was hat sich nicht alles getan nach dem letzten Eintrag. Ein sehr netter Abend mit Britta, Torsten, Sascha und Franzi. Eine neue Digicam. Der Verkaufsstart des iPhone.

Insgesamt bin ich mit dem Verlauf der Geburtstagsfeierlichkeiten sehr glücklich: Spontan, unkompliziert, in kleinem und nicht zu feinem Rahmen. Entsprechend angeheitert und früh bin ich am Freitag morgen ins Bett gekommen. Nun darf ich mich auf einen Ausflug auf die Museumsinsel, auf ein Konzert im Wild Rover freuen und drollige Taucher tauchen lassen.

Am Samstag waren die Elterntiere und Torsten zu Gast und ich habe jetzt eine neue Digitalkamera, die hoffentlich die Enttäuschungen des letzten Geräts vergessen machen wird. Die ersten Tests sind sehr vielversprechend:

Wettersäul

Flieje

Venti

Cocinella

Naja, und dann ist das neue Wunderdingen also endlich gelandet. Die Vorschusslorbeeren scheinen zum Teil einer kritisch distanzierten Berichterstattung zu weichen. Mir soll es egal sein, für mich ist ein iPhone erst dann interessant, wenn es für weniger als 200 Tacken angeboten wird. Und das wird noch lange dauern. Musik: Ben Harper